Eutin: Zum Neujahrsempfang von Stadt und Aufklärern strömten 300 Gäste

 

Wenn Händeschütteln eine Sportart wäre, Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Carsten Behnk, Kommandeur Tobias Aust und ihre Ehefrauen könnten es zur Meisterschaft bringen: Am Sonntag musste sie beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Aufklärungsbataillon in der Rettberg-Kaserne 300 Gästen die Hand geben.

„Fridays for Future“-Proteste waren „wichtige Aktionen“

Im Rückblick auf ein „schnelllebiges Jahr 2019“ stellte Dieter Holst fest: „Stadt und Dörfer sind lebendig. Und Eutin ist in Bewegung!“ Der Schulstreit habe Eutin polarisiert, die Bürgerentscheide hätten die Situation aber geklärt und befriedet. Die „Fridays for Future“-Proteste der Schüler nannte der Bürgervorsteher „wichtige Aktionen“, sodass es nur vernünftig und gut gewesen sei, entsprechende Beschlüsse zu fassen. Im Juli hatte die Stadtvertretung den Klimanotstand anerkannt und sich zu Klimaschutz-Maßnahmen verpflichtet.

Schul- und Feuerwehrneubau sollen „massiv angegangen“ werden

Bürgermeister Behnk stellte fest, dass die Stadtentwicklung auf einem guten Weg sei. „Ungefähr die Hälfte ist geschafft, viele Meilensteine sind schon abgeschlossen.“ Besonders im Fokus würden im neuen Jahr die Planungen für Schulneubau und -sanierung sowie das Feuerwehrgerätehaus stehen – „das gehen wir massiv an“, versprach der Verwaltungschef.

„Eutin ist ein guter Gastgeber für das Bataillon“

Oberstleutnant Tobias Aust konnte vermelden, dass es allen Eutiner Soldaten auf Auslandseinsatz gut gehe – den 30 Aufklärern in Afghanistan ebenso wie den beiden Soldaten in Erbil. Die nordirakische Stadt war kürzlich von iranischen Raketen getroffen worden. Im Wesentlichen wird sich das Bataillon 2020 mit seinem Kernauftrag beschäftigen – sich auf die Landesverteidigung vorzubereiten. „Dafür werden die Soldaten insgesamt zwölf Wochen lang auf Übung sein.“ Eutin sei ein guter Gastgeber für das Bataillon: „Motiviertes und professionelles Personal haben wir zweifelsohne, aber glücklicherweise auch ein Umfeld, in dem wir uns verstanden und respektiert fühlen“, betonte Aust.

Kreispräsident macht Vorschlag zur Förderung der Festspiele

Auch Ostholsteins Kreispräsident Harald Werner kam zu Wort. Er nannte insbesondere zwei Herausforderungen im neuen Jahr: Die 50-Jahr-Feier des Kreises, die am 26. April mit einem Festakt und am 22. August mit einem „Tag der offenen Tür“ begangen wird. Zum anderen die Zukunftssicherung der Eutiner Festspiele: „In Schleswig-Holstein gibt es keinen schöneren Ort für Festspiele. Aber für die Erneuerung der Tribüne braucht Eutin Hilfe.“ Werners Vorschlag: Das Land unterstütze die Landestheater in Lübeck, Kiel und Schleswig/Flensburg mit über zehn Millionen Euro im Jahr. Würde jedes Theater 100?000 Euro vom Etat für die Festspiele abgeben, „würden die Theater es kaum merken, aber Eutin wäre wirklich geholfen“, so die Rechnung des Kreispräsidenten.

Eutiner Festspiele stehen vor der 70. Jubiläumssaison

Auch die Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn und Ingo Gädechens sicherten ihre Unterstützung bei der Finanzierungssuche zu. Das dürften die Festspiel-Macher, die gerade die 70. Spielzeit vorbereiten, mit Freude vernommen haben. Dirigent Hilary Griffiths stimmte die Gäste mit einer Handvoll Künstler schon einmal auf die Jubiläumssaison ein. vg

 

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