„Die einzige Alternative ist ein Trog“

Beltquerung: Der Umweltbeirat macht sichtbar, welche Folgen die Planung der Bahn für Bad Schwartau hätte

Der Bad Schwartauer Umweltbeirat ist tatkräftig ins neue Jahr gestartet: Mit rot-weißem Flatterband haben Mitglieder die Waldflächen im Bereich an der katholischen Kirche und dem gegenüberliegenden Parkplatz markiert, die der Planung der Deutschen Bahn zur Aufhebung des Bahnübergangs an der Kaltenhöfer Straße zum Opfer fallen würden.

Bad Schwartau kämpft für einen sieben Meter tiefen Trog in der Ortsdurchfahrt, wenn die feste Fehmarnbeltquerung Wirklichkeit wird. Der Umweltbeirat will nun zeigen, „was mit der Fehmarnbeltquerung für unsere Stadt verbunden ist“, so Rudolf Meisterjahn. Der Vorsitzende des Gremiums erläuterte bei einem Ortstermin im Kuhholz und Mönchkamp die Pläne der Bahn und ihre Folgen. Diese will den Bahnübergang Kaltenhöfer Straße/ Geibelstraße durch eine Straßenüberquerung in Form einer Rampe ersetzen. „Das ist mit einem innerstädtischen Waldverlust verbunden“, warnte Meisterjahn.

Große Bereiche sind betroffen

Um die Bahntrasse mit dem Fahrzeug überqueren zu können, müssen laut Umweltbeirat 1000 Meter neue Straße durch das Kuhholz gebaut werden. Dies würde einem Waldverlust von 1,9 Hektar entsprechen, erklärte Rudolf Meisterjahn. Er gab auch zu bedenken, dass für die aufwendigen Arbeiten ein Baustellencamp eingerichtet werden müsste.

Die Markierung mit dem Baustellen-Flatterband zeigt jeweils den äußeren Rand der geplanten Straßen, die von der Deutschen Bahn vorgesehen sind, um den Bahnübergang an der Kaltenhöfer Straße/Geibelstraße an der östlichen Bahnseite umzustrukturieren.
Durch eine geplante Ringstraße von der Verladestraße um die katholische Kirche herum sind ein alter Waldbestand und das Wanderwegenetz betroffen, so Meisterjahn. „Auf der Nordseite der Geibelstraße zeigt die Markierung, wie groß der Eingriff in den Geibelwald wirkt. Der halbe Parkplatz am Hundeauslauf geht weg. Auch an dieser Stelle sind die Wanderwege betroffen.“

Langfristige Schäden für Bad Schwartau

Aus Sicht des Umweltbeirats ist die geplante Waldvernichtung besonders schlimm, weil der innerstädtische alte Wald zwischen Kuhholz und Innenstadt eine hohe Schutzfunktion bietet. Er sei bereits heute wichtig, weil durch die Lärm- und Luftverschmutzungen von A1 und Eisenbahn besonders hohe Belastungen für die Bad Schwartauer bestehen.

Wenn zusätzlich noch der schützende und emissionsmindernde Wald künftig reduziert werde, seien langfristige Schäden für Bad Schwartau deutlich absehbar. Rudolf Meisterjahn: „Aus Sicht des Umweltbeirats muss ein Trog die Alternative sein, damit diese Waldvernichtung nicht realisiert wird.“

Rudolf Meisterjahn (r.) erläuterte die Folgen der Bahn-Planung für das Kuhholz. Foto: Elke Spieck

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.