Aktiver Klimaschutz in Ostholstein

Landrat Reinhard Sager weihte die größte Neuanlage einer Streuobstwiese in Schleswig-Holstein ein

Ratekau. Bei heißem Apfelpunsch und leckeren Apfelbrötchen weihte Landrat Reinhard Sager in Ratekau die größte Neuanlage einer Streuobstwiese in Schleswig-Holstein ein. Die Obst-Werkerei aus Travemünde hat auf einer Fläche von 30 600 Quadratmetern eine konventionellen Ackerbaufläche in eine artenreiche Streuobstwiese mit vielen alten Obstsorten umgewandelt. Finanziell unterstützt wurden Dr. Martin und Meike Barde dabei vom Landrat, der einen der Obstbäume pflanzte.

Große Pläne für die Streuobstwiese

„Wir haben das gern unterstützt, wie übrigens auch schon 2012 und 2017 bei der Anlage in Warnsdorf“, sagte der Landrat und dankte beiden für das Engagement. Mit diesem Engagement werden zukünftig über 600 Tonnen CO2 gebunden und die Schulen und Bürger mit Bio-Obst versorgt. Außerdem sollen zusätzliche Projektarbeiten die Zusammenarbeit mit den Schulen fördern und Naturerfahrungen und Tierbeobachtungen ermöglicht werden.

Durch die extensive Bewirtschaftung der Fläche, die einer Größe von fünf bis sechs Fußballfeldern entspricht, wird außerdem die Natur gestärkt. Das bedeutet, dass nicht gespritzt wird, sondern beispielsweise die Quecke rein mechanisch bekämpft wird. Dieses zu den Süßgräsern zählende Gras bildet unterirdische Kriechtriebe und ist nur schwer zu vertreiben. „Dazu haben wir ein Zusatzgerät für unseren Traktor angeschafft, das die oberste Erdschicht umlegt und dadurch die Triebe absterben lässt“, erklärte Dr. Martin Barde. Nebeneffekt ist, dass die Wühlmaus dadurch glaubt, es gibt hier nichts zu fressen.

Alles am Projekt ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt

Die über 100 alten Obstsorten auf Hochstämmen wurden ohne Pfähle gepflanzt. „Das erfordert zwar, dass wir einige der Bäume im Frühjahr wieder ausrichten müssen“, sagte Meike Barde. Ihr Mann ergänzte: „Durch die Bewegungen im Wind reißen immer wieder kleine Wurzeln ab. Das veranlasst den Baum zu stärkerem Wachstum, weshalb er besser anwächst.“ Auch die Bodennutzung ist nachhaltig, durch Kieseintrag wurde der Boden offen gestaltet und ermöglicht eine Neuansiedlung von Insekten. Außerdem dienen abgelagerte Eichenpfähle als Nistmöglicheiten für Insekten und neu angelegte Feldhecken dienen als Nahrungsquelle für Vögel und andere Kleintiere.

„Die Lage der Streuobstwiese ist optimal“, sagte auch Joachim Siebrecht von der Unteren Naturschutzbehörde in Eutin. Die Hanglage und die unmittelbare Nähe zum Ruppersdorfer See böten beste Bedingungen und gliedere sich hervorragend in das Naturschutzgebiet ein.

Das Ehepaar Barde möchte gern weitere Flächen in Streuobstwiesen umwandeln. Sollten Bürger noch weitere Flächen haben, können sie sich gern direkt mit den Obstwerkern in Verbindung setzen: Obst-Werkerei, Dr. Martin und Meike Barde Natur- und Teilhabe gGmbH, Telefon 04502/88 67 92

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