Teurer Spielplatz: Fehlplanung in Travemünde?

Travemünder Politiker der Unabhängigen kritisiert die Konstruktion an der Priwallpromenade

„Die haben doch bestimmt vorher eine Ortsbegehung gemacht. Auch der Auftragnehmer muss doch dazu was gesagt haben“, wundert sich Heino Haase von der Wählergemeinschaft „Die Unabhängigen“. Gemeint ist eine hellblaue Konstruktion an der neuen Priwallpromenade, die in eine schräg abfallende Böschung hineingebaut wurde. Die Verwaltung spricht mal von einem „Reusen“-Spielplatz, mal von einem „Seilspielplatz“.

Spielen wird hier in nächster Zeit aber niemand, denn eine Freigabe ist aus Sicherheitsgründen noch nicht erfolgt. Das liegt aber nicht am ungewöhnlichen Standort der Anlage, wie die Verwaltung auf eine Anfrage der Unabhängigen hin mitteilt: „Die Schräge stellt nicht das Problem dar“, ist dort zu lesen. Es gehe vielmehr um die Einbauhöhe des waagerechten Netzes, den „möglichen Aufprall auf Befestigungsteile“ und den zu starken Durchhang beim Balancieren auf dem Netz. Es wird also nachgebessert werden müssen. Zusätzliche Maßnahmen wie der Schutz der Geländerpfosten und der Treppenseite gegen einen „möglichen Aufprall spielender Kinder“ sowie einen „Auslaufschutz am Steg“ wird die Stadt bezahlen müssen. Was der Travemünder Politiker Heino Haase kritisiert: „Wenn man 270 000 Euro an Steuergeld ausgibt, dann darf man eigentlich mehr Sorgfalt vom Auftraggeber erwarten“, sagt er. Er fragt sich, wie man die Anlage auf der Schrägen platzieren konnte „und sich dann noch nicht einmal überlegt, ein Kind kann runterrollen und gegen die Pfosten da stoßen!“ Seiner Meinung nach hätte sofort ein Auffangnetz am Ende des blauen Weichbodens montiert werden müssen. Dabei findet Haase die Idee für das Kletternetz an sich gut. Kinder könnten sich auf dem herausfordernden Spielplatz beweisen, könnten Körperbeherrschung lernen. „Ich würde meine Kinder dort klettern lassen, sofern die Sicherheitsnetze und der Aufprallschutz montiert wären“, sagt er.

Bis es soweit ist, dass dort tatsächlich Kinder spielen, wird es aber wohl noch etwas dauern: „Es wird von Verwaltungsseite keine Freigabe eines auch subjektiv betrachtet gefahrenbehafteten Spielplatzes geben“, heißt es in der Auskunft der Stadt. HN

Foto: Hätte bei einer Auftragssumme von 270 000 Euro mehr Sorgfalt erwartet: Der Travemünder Politiker Heino Haase (Die Unabhängigen). HN

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