Ein Engel wird 100 Jahre alt

An ihrem besonderen Ehrentag gratulierten Helene Engel der Bürgervorsteher, die ganze Familie und viele Nachbarn und Freunde

Stockelsdorf. Auf ein langes und erfülltes Leben kann Helene Engel zurückblicken. Sie wurde am 19. Dezember 1919 in der Lübecker Altstadt geboren. Jetzt feierte sie mit vier Generationen, Freunden, Nachbarn und Bekannten ihren 100. Geburtstag zuhause in der Ahrensböker Straße. Sogar ein Ständchen bekam sie, Holger Hintz vom Verband Wohneigentum Siedlergemeinschaft Stockelsdorf Mitte war mit der Drehorgel zu Besuch gekommen.

Zu den Gratulanten zählte auch Bürgervorsteher Manfred Beckmann, der die Seniorin mit einem Gedicht und einem Blumenstrauß überraschte und auch die Glückwünsche von Bürgermeistrein Julia Samtleben überbrachte. „Sie sehen gar nicht aus wie 100“, schmeichelte er und ergänzte: „Wenn ich mal 100 Jahre alt werde möchte ich noch so rüstig sein wie Sie.“ Eine Ehrenurkunde von der Gemeinde Stockelsdorf und auch eine Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten Daniel Günter hatte Beckmann für die Jubilarin mitgebracht. „Von dem habe ich heute schon Post bekommen“, erzählte Helene Engel stolz.

Die Seniorin lebt immer noch zuhause und mit vier Generationen unter einem Dach. Sie hat zwei Töchter, die ebenfalls schon jenseits der 70 sind, zwei Enkel um die 50 und fünf Urenkel. „Das ist schon einmalig, wenn vier Generationen unter einem Dach leben“, staunte auch Beckmann. Zwar ist es mit dem Hören nicht mehr ganz so gut und nach einem Treppensturz vor ein paar Jahren fällt auch mit das Laufen schwerer. Danach musste die damals 97-Jährige aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss umziehen.

Ansonsten ist die Jubilarin noch fit, vor allem im Kopf, wie ihre älteste Tochter bestätigt. „Bis ich 95 wurde, bin ich immer noch regelmäßig im Bewegungsbad Schwimmen gegangen“, erzählte Helene Engel. Sie wurde als älteste von drei Mädels in der Kleinen Gröpelgrube, in einem Lübecker Altstadthaus geboren. Ihre Schwestern wurden mit über 90 Jahren ebenfalls sehr alt, allerdings haben sie es nicht auf ein ganzes Jahrhundert gebracht. „Meine Mutter ist mit 86 auch sehr alt geworden“, so Helene Engel. Es muss wohl in den Genen liegen.

Aus Lübeck zog sie 1939 weg und lebte, zunächst bei den Schwiegereltern, in Bad Schwartau, ihr Mann war als Berufssoldat an der Front. Später hat sie mit ihm zusammen, er gelernter Konditor, sie Frisörin, einen Kiosk in der Schulstraße in Bad Schwartau betrieben. 1986 ist ihr Mann verstorben und sie selbst ist vor 22 Jahren dann zu ihrer Tochter nach Stockelsdorf gezogen.

Sicher spielt auch die eigene Einstellung eine Rolle, wenn man so alt wird wie Helene Engel. „Ich habe immer gesund gelebt, nie geraucht und bin immer optimistisch gewesen“, erklärt die Seniorin. Man müsse eben nicht immer alles so ernst nehmen, schmunzelte sie abschließend.

Bürgervorsteher Manfred Beckmann gratulierte Helene Engel zum 100. Geburtstag und überbrachte die Glückwünsche von Bürgermeisterin Julia Samtleben. Foto: Anja Hötzsch

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