Grundsteinlegung für JuLe Klinik

Vorwerker Diakonie stellt die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung auf neue Beine

Nun kommt das Vorhaben ins Rollen: Seit geraumer Zeit plant die Vorwerker Diakonie auf ihrem Gelände an der Triftstraße den Bau einer Fachklinik für Junges Leben („JuLe“). Mittlerweile ist das Baufeld vorbereitet, und die Fundamente sind erstellt. „Unser altes Klinikgebäude ist in die Jahre gekommen“, sagt Fred Mente, Geschäftsführer der Vorwerker Diakonie, bei der Grundsteinlegung. „Sie bietet vor allem zu wenig Raum.“
Denn im bisherigen Klinikgebäude werden Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen bereits seit den 1980er Jahren behandelt. Doch aktuelle Anforderungen und die oft schwerwiegenden Krankheitsbilder verlangen Voraussetzungen, die die alte Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht länger erfüllen kann. Deshalb entstehen eine moderne Notaufnahme mit angeschlossener Akutstation und eine neue Kinderschwerpunktstation, die bereits Kinder ab sechs Jahren aufnimmt. Die Gesamtkapazität der Fachklinik wird mit dem Umzug von 45 auf 50 Plätze wachsen.

Mehr Platz und auch mehr Möglichkeiten

„Wir werden deutlich mehr Platz haben“, so Chefarzt Oliver Soyka. „Mehr Platz heißt mehr Qualität, mehr Aufenthaltsbereiche, mehr Raum auch für die wichtige Familienarbeit.“ Er freut sich sehr auf die neuen Rahmenbedingungen. „Meine Mitarbeitenden und ich sind von Beginn an beteiligt worden. So konnten wir unser inhaltliches Konzept in die Gebäudeplanung übertragen.“ Die Fertigstellung und der Umzug in die neue Klinik sind für Herbst 2021 geplant.
Aber zunächst musste die Grundsteinlegung vollzogen werden. Dazu wurde eine Metallhülse mit verschiedenem Material bestückt: Bauplänen, Konzept, Bibelsprüchen, einer aktuellen Tageszeitung sowie einer Handvoll Münzen. Anschließend wurde die Hülse von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und dem ausführenden Architekten unter das Fundament versenkt.

In der Fachklinik, deren Versorgungsgebiet Lübeck, Ostholstein, Stormarn und das Herzogtum Lauenburg umfasst, werden bereits jedes Jahr rund 500 Kinder und Jugendliche aufgenommen – viele nach Suizidversuchen, wegen Depressionen, Traumata oder Zwangsstörungen.
Insgesamt kostet der Neubau über 13 Millionen Euro. „Wir erhalten zur Finanzierung einen ordentlichen Zuschuss des Landes“, erläutert Mente. „Aber einen nicht unerheblichen Teil müssen wir auch selbst aufbringen. Ich bin froh, dass wir dabei von vielen Spendern, Unternehmen und Stiftungen unterstützt werden.“

Hartmut Richter, Aufsichtsratsvorsitzender der Vorwerker Diakonie, Norbert Hochgürtel, ausführender Architekt, und Fred Mente, Geschäftsführer der Vorwerker Diakonie (v. li.) befüllen, die Hülse, die in den Grundstein der neuen Fachklinik versenkt wird. Foto: Vorwerker Diakonie

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