Konflikte über Whatsapp: Eltern werden zum Thema Mediennutzung informiert

Elternabend zum Thema Mediennutzung

Die Einladung zum Themenelternabend der Gerhard-Hilgendorf-Schule in Stockelsdorf ging Mitte November an die Eltern der fünften und sechsten Klassen raus. Schulleiter Karsten Lemke, Koordinatorin des fünften Jahrgangs Friederike Oelschlägel und Schulsozialarbeiter Tim Jelonnek wollten die Eltern über ihre Verantwortung im Zusammenhang mit der Mediennutzung ihrer Kinder aufklären. Grund waren Vorfälle von Medienmissbrauch.

Immer häufiger werden Persönlichkeitsrechte verletzt

„Wir haben akute Fälle erlebt, bei denen Persönlichkeitsrechte verletzt, Gesetzte übertreten und Konflikte innerhalb der Klassen provoziert wurden“, erläuterte Lemke. „Zu über 90 Prozent dieser Konflikte erfolgten über Whatsapp. Wenn ich das hier zeigen würde, würde ich mich strafbar machen.“ In anschließenden Gesprächen mit den Schülern und den Eltern wurde deutlich, dass viele die rechtlichen Vorgaben nicht kannten und Eltern unsicher waren, wie sie die Mediennutzung ihrer Kinder im Blick behalten können.

Professionelle Unterstützung wurde zur Aufklärung ins Boot geholt

„Wir möchten mit diesem Themenelternabend Aufklärung betreiben, die Eltern in die Pflicht nehmen und mehr Sensibilität wecken, damit die Ängste der Kinder aufgefangen werden können“, so der Schulleiter. Und Schulsozialarbeiter Jelonnek ergänzte: „Es geht nicht darum, den Eltern Vorwürfe zu machen. Wir wollen einfach nur aufklären.“ Dazu hatten sich die Organisatoren professionelle Unterstützung für den Elternabend am Dienstag vergangener Woche mit ins Boot geholt.

Dirk Reyscher, selbst Schulsozialarbeiter in Lübeck, ist ausgebildeter Eltern-Medienlotse und zeigte den Eltern Lösungen in Sachen Mediennutzung der Kinder auf und diskutierte über deren eigene Mediennutzung, Schutzprogramme und Filter sowie die Auswirkungen auf den Familienalltag. Er stellte auch Möglichkeiten vor, wie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung aussehen können, stellte Steckbriefe beliebter Apps wie Snapchat, Instagram und Whats-app vor und zeigte alternative Messenger auf, die datenschutzkonform sind. Als weiterer Experte war ein Polizeibeamter von der Zentralstelle Polizeiliche Prävention aus Kiel eingeladen. Er klärte die Eltern über die rechtlichen Seiten der Mediennutzung auf.

Zusätzlich gab es viel Informationsmaterial für die Eltern. So lagen Flyer über das Schulprojekt „Gemeinsam Klasse sein“ aus, über das der Schulsozialarbeiter Prävention in Sachen Mobbing und Cybermobbing betreibt. In einer kurzen Videosequenz aus diesem Programm zeigte Jelonnek auf, wie Worte Schüler verletzen können

Mehr zum Thema

Kostenfreies Material in Sachen Internet- und Mediennutzung gibt es von der EU-Initiative klicksafe – Mehr Sicherheit im Internet durch Medienkompetenz (www.klicksafe.de) und dem Projekt Internet-ABC – Das Portal für Kinder, Eltern und Pädagogen (www.internet-abc.de). Einen Mustervertrag zur Mediennutzung gibt es unter www.mediennutzungsvertrag.de. Damit können Eltern mit ihren Kindern Regeln zur Mediennutzung altersgerecht festlegen und auch den Erfordernissen immer wieder anpassen.

Foto: Pixabay

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