Weihnachten im Kreise der Liebsten

Tipps zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen über die Festtage

Weihnachten wollen die meisten Menschen traditionell mit ihrer Familie verbringen. Jedoch stehen Angehörige von Pflegebedürftigen bei der Planung des Festes vor einigen Fragen: Sollten sie ihren Verwandten lediglich im Heim besuchen oder zu sich nach Hause holen? Eignen sich die eigenen vier Wände überhaupt für die Unterbringung eines pflegebedürftigen Senioren? Markus Küffel, diplomierter Gesundheitswissenschaftler, examinierter Krankenpfleger und Geschäftsführer der Pflege zu Hause Küffel GmbH, erklärt, wie Betreuung auch über die Festtage gelingt.

Adventszeit im Heim

In vielen Seniorenheimen versuchen Pflegekräfte, ihren Bewohnern ein angenehmes Weihnachtsfest zu bieten. Schon in der Adventszeit beginnt die Planung: Dekorationen, Kekse und auch Singen sollen die Bewohner auf das kommende Fest einstimmen. Dabei berücksichtigen die Pflegerinnen die Wünsche der Pflegebedürftigen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Durch die Weihnachtsfeiertage mangelt es jedoch häufig an Personal, sodass eine individuelle Betreuung und schöne Weihnachtsbräuche schnell zu kurz kommen. „Auch wenn viele Familien ihre Angehörigen im Heim besuchen, wünschen sich die meisten, die besinnliche Zeit mit ihren Liebsten zu Hause zu feiern“, erklärt Markus Küffel.

Unterbringung zu Hause

Häufig entscheiden sich Familien dazu, einen pflegebedürftigen Angehörigen über die Feiertage zu sich nach Hause zu holen. Dieser lebt in der Regel im Heim oder in einer auf ihn abgestimmten Wohnung mit Treppenlift, einem barrierefreien Bad oder Mobilitätshilfen. Oftmals wissen Angehörige nicht, ob die eigenen vier Wände seniorengerecht sind. „Selbstverständlich soll niemand vor Weihnachten noch große Umbauarbeiten vornehmen lassen, aber dennoch einmal prüfen, ob der Pflegebedürftige, die für ihn notwendigen Zimmer erreichen kann“, erklärt Markus Küffel.

Darüber hinaus gilt es auch, einige Kompromisse einzugehen. Denn häufig besitzen Familien kein barrierefreies Bad, aber für einige Tage reicht meistens auch eine Katzenwäsche am Waschbecken für die tägliche Hygiene aus. Viele Angehörige sind aufgrund des anfallenden Arbeitspensums schnell überfordert, da Pflegebedürftige zahlreiche Hilfestellungen benötigen. Auch mehrfache Medikamentengaben sowie assistierte Toilettengänge sind täglich notwendig und erfordern entsprechende Erfahrung.

24-Stunden-Pflege

Daher besteht für Familien die Möglichkeit, eine 24-Stunden-Pflege, auch Betreuung in häuslicher Gemeinschaft genannt, für die Adventszeit in Anspruch zu nehmen. Bei diesem Betreuungsmodell zieht eine in der Regel aus Osteuropa stammende Präsenzkraft mit in den Haushalt der Familie ein und übernimmt einen großen Teil der Betreuung sowie Verrichtungen der Grund- und Körperpflege.

Vorteil des Betreuungskonzepts: Den Pflegebedürftigen bieten sich eine individuelle Betreuung und die Möglichkeit, ein familiäres Fest mit ihren Liebsten zu feiern. „Allerdings stehen über Weihnachten weniger Pflegekräfte zur Verfügung, da auch diese Zeit mit ihrer Familie verbringen. Deshalb sollten Betroffene eventuell einen Feiertagszuschuss einplanen und rechtzeitig mit der Planung beginnen, um ungewollte Versorgungslücken zu vermeiden“, erklärt Markus Küffel und sagt abschließend: „Anderen zu helfen und auch selbst Unterstützung annehmen zu können, tragen zu einem schönen Weihnachtsfest in den eigenen vier Wänden bei.“

Pflegebedürftige bedürfen häufig zahlreicher Hilfestellungen, doch für einige Tage reicht meistens auch eine Katzenwäsche am Waschbecken für die tägliche Hygiene aus. Foto: Michael B. Rehders

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