Spendenkampagne erfolgreich

Krankenkasse übernimmt Behandlungskosten in Höhe von 2,1 Millionen US Dollar

Die kleine Hannah aus Ahrensbök ist an einer seltenen Krankheit erkrankt. Weil das rettende Medikament in Deutschland bislang nicht zugelassen ist, verweigern die Krankenkassen bislang die Übernahme der Kosten. Doch Hannahs Eltern haben gekämpft – und Erfolg gehabt: Die Kasse ist bereit, die Behandlung zu bezahlen.

Ende Juli kam die erschütternde Diagnose: Die kleine Hannah aus Ahrensbök ist an spinaler Muskelatrophie (SMA) erkrankt. Das ist ein seltener, aber lebensbedrohlicher Gendefekt, der dramatische Muskelverluste verursacht. Die Behandlung ist jedoch extrem teuer: Das nur in den USA zugelassene Medikament „Zolgensma“ wird einmalig gespritzt, um das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen. Die Spritze kostet jedoch 2,1 Millionen US Dollar.
Daher hatten Hannahs Eltern einen Spendenaufruf gestartet. „Durch die mediale Aufmerksamkeit hoffen wir, dass unsere Krankenkasse den Fall schneller bearbeitet und die Kosten übernimmt, obwohl das Medikament bislang in Deutschland nicht zugelassen ist. Wir haben bereits einen Anwalt eingeschaltet und der Fall wird vom medizinischen Dienst der Kasse geprüft, wir wissen aber nicht, wie lange das dauert,“ so Hannahs Mutter Jasmin Christophersen.

Eine schnelle Entscheidung war aber vonnöten, denn die Zeit ist gegen Hannah. Das Medikament braucht drei bis vier Wochen Vorlauf, darf aber nur Kindern bis zwei Jahren gespritzt werden. Hannah wird aber bereits kommendes Jahr am 9. März zwei Jahre alt. Bis dahin muss die Behandlung spätestens stattgefunden haben, da das Medikament in einer Art Virushülle gespritzt wird und das Immunsystem noch keine Antikörper gebildet haben darf.
Derzeitig wird Hannah mit einem anderen Medikament behandelt, das aber nur eine Verschlechterung ihres Zustandes verhindert. Dieses wird dreimal im Jahr gespritzt. Auch diese Spritzen kosten 100?000 Euro pro Stück.

Seit dem 27. Oktober lief die Spendenaktion „Rettet Hannahs Muskeln“. Die Spenden laufen über die deutsche Muskelstiftung und sind zwei Jahre zweckgebunden für Hannah. Da die Krankenkasse sich nun dazu bereit erklärt hat, die Kosten für die Spritze zu übernehmen, werden die Spenden für die Forschung für Therapien gegen diesen Gendefekt bereitgestellt.

„Unsere Arbeitgeber, viele Freunde und Bekannte haben uns sehr bei der Kampagne unterstützt, wofür wir sehr dankbar sind, ohne die Unterstützung wäre es noch schwieriger gewesen,“ sagt Fabian Kühn, Hannahs Vater. 500 Plakate, 750 Autokleber und 15?000 Flyer wurden in ganz Deutschland verteilt, viele Unternehmen drucken auf eigene Kosten weitere Flyer oder starteten selbst einen Spendenaufruf für Hannah. „Wir können nicht genug danken für euren Einsatz, eure Spenden und eure tollen Ideen, um gemeinsam mit uns das Unmögliche möglich zu machen“, so Hannahs Eltern.

Die Eltern Jasmin Christophersen und Fabian Kühn kämpfen um Hannahs Leben Kontakt: anne_holmok@gmx.de Foto:hfr

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2 Antworten auf &‌#8222;Spendenkampagne erfolgreich&‌#8220;

  1. Rita Binder sagt:

    Ja das sind wirklich Wahnsinnspreise für ein Medikament. Das kann kein normaler Bürger aufbringen und dann werden auch noch viele andere Kinder daran sterben, weil die Eltern es nicht finanzieren können und man kann auch nicht für jede Krankheit spenden . Wenn ich könnte, hätte ich auch was gegeben. Kann es aber leider nicht mit meiner Rente.

  2. Erwin & Marlene Schifferdecker venloerstr.626 50827 Köln sagt:

    Hallo Jasmin Christophersen u. Julian Kuhn,
    wir spendeten 800,00 € für Hannah ihre Medikamente!

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