Ostholstein-Museum gibt Einblicke in die Zeichenkunst

Das Eutiner Ostholstein-Museum am Schlossplatz 1 zeigt in den Wintermonaten eine repräsentative Auswahl an Zeichnungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus der Eutiner Privatsammlung Renate und Kay Becker. Die Schau, die am Donnerstag, 14. November, um 18 Uhr eröffnet wird, gibt einen eindrucksvollen Einblick in eine Zeit, die als herausragende Epoche der Zeichenkunst gilt.

Zeichnen war wesentliche Bestandteil der Akademieausbildung

Das Zeichnen war nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Ausbildung an den Kunstakademien, sondern begleitete die Künstler auch in ihrem weiteren Schaffen im Rahmen von Studien vor dem Motiv und als Erinnerungsskizzen für die Arbeit im Atelier. Interessant ist dabei vor allem die jeweilige Idee hinter der Zeichnung: So finden sich in der Ausstellung neben einer Vielzahl an vollendeten Arbeiten, die als direkte, bereits ausgearbeitete Vorstudien für spätere Gemälde dienten oder auch als selbstständige Bildwerke gelten, vor allem spontane Zeichenstudien.

Arbeiten bekannter und weniger bekannter Künstler

Gerade diese Skizzen faszinieren den Betrachter, denn sie lassen unerwartete Einblicke in künstlerische Schaffensprozesse zu und zeigen gut, dass sie im Gegensatz zu den Gemälden keinen malerischen Vorgaben oder Erwartungen des Kunstmarktes unterlagen. In der Ausstellung vertreten sind Arbeiten von bekannten Künstlern wie Wilhelm Camphausen, Louis Gurlitt, Wilhelm Leibl, Ludwig Richter und Heinrich Zille. Die thematische Spannbreite reicht von Porträt- und Figurenstudien über Genreszenen und Interieurs bis hin zu Landschaften und Baumstudien. Auch eine Vielzahl an aufschlussreichen Skizzenbüchern ist zu sehen.

Privatsammlung wurde dem Musum teilweise geschenkt

Museumsleiterin Dr. Julia Hümme freut sich besonders, dass die Privatsammlung ihrem Museum bereits in Teilen als Schenkung überlassen wurde. Bei der Eröffnung am Donnerstag führt die Lübecker Kunsthistorikerin Dr. Brigitte Heise in die Ausstellung ein. Für den musikalischem Rahmen zeichnet die Kreismusikschule Ostholstein verantwortlich. Die Bilderschau trägt den Titel „Alles Zeichnen ist gut …“ und kann bis zum 2.?Februar besichtigt werden.

 

„Liegender Knabe“: Diese Bleistiftzeichnung aus dem Jahr 1886 stammt von Olga Weiß. (Foto: hfr)

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