WVE: „Lichterstadt Eutin“ soll nicht zu bunt werden

Die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) arbeitet weiter daran, die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt attraktiver zu gestalten und die „Lichterstadt Eutin“ in ein besseres Licht zu rücken. So habe sich die Zusammenarbeit mit der Nordlicht-Agentur von Claudia Falk im Frühjahr bewährt: Mit dem Frühlingsfest und dem Kindertag seien interessantere Sonntage initiiert worden. „Die Stadt war voll“, sagte der WVE-Vorsitzende Hans-Wilhelm Hagen auf einem Informationsabend der Kaufmannschaft Anfang Oktober.

Ein Einkaufssonntag soll attraktiv und umsatzstark ein

Allerdings warnte der stellvertretende Vorstandschef und LMK-Inhaber Thomas Menke auch vor zu viel Programm bei einem Einkaufssonntag: „Das ist zwar gut fürs Image, hat aber zwei Seiten: Wenn bei einem Event wie dem Kindertag zu viel geboten wird, dann bleiben die Leute draußen und kommen nicht ins Geschäft.“ Attraktiv und dennoch umsatzstark war hingegen der Bauernmarkt Ende September. „Ein sehr guter Schachzug war es, die Jazzband dazuzuholen“, so Organisator Marcus Gutzeit. Im nächsten Jahr könne man den Markt um eine Treckerschau ergänzen.

WVE-Terminkalender für 2020 festgelegt

Einen festen Platz im WVE-Terminkalender hat seit 16 Jahren auch der Schottensonntag, der wieder für den 3. November geplant ist. Dieses Event soll mehr Qualität und Atmosphäre bekommen – unter anderem dadurch, dass das Fest schon am Sonnabend mit einem Wochenmarkt-Jazz eingeläutet wird. Weiter geht es am 22. Dezember mit den Adventssonntag. Für 2020 setzt die WVE auf den WSV-Sonntag am 2. Februar, den Einkaufssonntag zum Ostereiermarkt am 22. März, das Frühlingsfest am 3. Mai, das Schlossplatzfest am 7. Juni, den Bauernmarkt am 27. September, den Schottensonntag am 1. November und den Adventssonntag am 20. Dezember. Das für den 5. Januar geplante Punschfest mit Après-Ski-Party entfällt – schon die diesjährige Premiere war ein Flop. Allerdings sprachen sich die nur knapp 20 Teilnehmer des Infoabends dafür aus, die Beleuchtung der Stadt bis zum Ende der Eisbahnsaison am 5. Januar zu verlängern.

Mehr Qualität rund um die Eutiner Eisbahn

Apropos Eisbahn: Einhellig begrüßt wurde, dass der Betreiber von Eisbahn und Punschzelt, Ulfert Georgs, zugesagt hat, für mehr Qualität und ein schöneres Erscheinungsbild zu sorgen. Es wird auch mehr Tannenbäume auf dem Markt geben. Und Martin Klehs von der Stadt Eutin kündigte an, dass die Tourist-Info beim Veranstaltungsprogramm rund um die Eisbahn unterstützen werde: Wochenmarkt-Jazz, Bastelaktionen oder Eisdisco sollen zum verstärkten Verweilen einladen. Zum Auftakt der Eisbahn- und Lichterstadt-Saison am 28. November versprach er außerdem „zwei besondere Highlights“.

Kaufleute wollen anderes Lichtkonzept für Beleuchtungsaktion

Ohnehin sieht die WVE bei der Aktion „Lichterstadt Eutin“ Verbesserungsbedarf. Da es 2018 Kritik am Lichtkonzept gab, will man mit Lichtkünstler Stefan Teichmann Änderung diskutieren. Man will von der „Bonbonhaftigkeit“ der bunten Beleuchtung abrücken und mehr auf eine einheitliche Farbe – zum Beispiel ein gemütlich-warmes Weiß – setzen. Das passe auch besser zu den klassizistischen Gebäuden. Weniger Farben ja, aber nur Weiß? Viele WVE-Mitglieder betrachteten diesen Vorschlag des Vorstandes skeptisch. „Auf jeden Fall wollen wir mehr Eigentümer dafür gewinnen, ihre Häuser zu illuminieren. Dann wirkt die Beleuchtungsaktion einfach besser“, betonte Hagen. Ein Video-Mapping, also die Projektion bewegter Bilder auf Hauswände, komme für Eutin nicht infrage. Hagen: „Das ist leider deutlich zu teuer, sowas kann sich nur eine Großstadt leisten.“

Teure Radiowerbung ist offenbar wenig effektiv

Interessanter Fakt am Rande: Eine nicht repräsentative Kundenumfrage zum Marketing hat gezeigt, dass die mit Abstand teuerste Werbemaßnahme der WVE offenbar vergleichsweise wenig Wirkung hat. Nur 16 Prozent der Kunden gaben an, in Radiospots von den verkaufsoffenen Sonntagen erfahren zu haben. 35 Prozent immerhin durch Plakate. 22 Prozent lasen es in der Zeitung, 14 sehen es in den sozialen Medien und 12 Prozent kamen auf Empfehlung. Das Ergebnis hat die WVE dazu veranlasst, die Plakatwerbung deutlich anzuschieben. vg

 

Die Hamburger Lichtkünstlerin Gabriele Starmann hatte im Rahmen der „Lichterstadt Eutin“ unter anderem die recht bunte Beleuchtung des Rathauses gestaltet. (Foto: Graap)

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