Jeder sollte Retter sein, weil jede Sekunde zählt

Es gibt Notfälle, da zählen Sekunden: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist schnelle Hilfe überlebenswichtig. „Viel zu viele Menschen verlassen sich auf andere oder die bezahlten Rettungskräfte. Als Ersthelfer könnten sie aber Schlimmeres vermeiden“, sagt Andreas Ebbersmeyer aus Eutin. Der 48-jährige Datenschutzexperte weiß, was im Fall eines Falles zu tun ist: Er hat eine Sanitäterausbildung gemacht, sich privat einen Defibrillator angeschafft und sich für die App „Meine Stadt rettet“ registrieren lassen.

Ebbersmeyer wollte Hilflosigkeit überwinden

Sein Engagement begann, als sich jemand im Familienkreis verletzt hatte. „Ich war mit der Situation überfordert und fühlte mich total hilflos“, erinnert sich Ebbersmeyer. Ein Gefühl, das er nie mehr erleben wollte. „Deshalb habe ich mich beim DRK in Süsel erst für einen Erste-Hilfe-Kurs angemeldet, dann für die Sanitäterausbildung“, berichtet er. Seitdem ist er ehrenamtliches Mitglied der DRK-Bereitschaft und außerdem Teil des digitalen Retternetzwerks „Meine Stadt rettet“. Mit der App werden freiwillige Ersthelfer vernetzt. „Ich habe die App beim DRK kennengelernt. Die App-Retter werden von der Leitstelle parallel zu den Rettungswagen alarmiert und führen die Erstversorgung des Patienten durch bis der Notarzt am Unfallort eintrifft“, erläutert Ebbersmeyer. Je mehr registrierte Ersthelfer es gibt, je engmaschiger wird diese zusätzliche Notfallhilfe.

Der Fissauer schafft sich automatischen Defibrillator an

In Eutin-Fissau ist er laut Internetkarte noch der einzige Einwohner, der über einen sogenannten automatisierten externen Defibrillator (AED) verfügt. Dafür hat er 2500 Euro investiert. „Das Gerät ist vollautomatisch und narrensicher. Es ist extra dafür gemacht, dass Laien es sofort anwenden können“, betont Ebbersmeyer. Ein Herzkammerflimmern bekomme man nur mit einem Schock weg. „Natürlich ist das ein gruseliges Thema, aber je häufiger man sich damit beschäftigst, desto leichter fällt der Umgang damit“, betont der Ersthelfer, der sich weitere Mitstreiter in Eutin und darüber hinaus wünscht. „Ich möchte die Menschen für das Thema sensibilisieren und insbesondere auch Firmen zur Anschaffung eines Defibrillators anregen. Eigentlich müsste die Erste Hilfe schon ein Thema in Schulklassen sein. Kinder sind unbefangen.“ vg

Nähere Infos zum App-Retter-Projekt gibt es online auf www.meine-stadt-rettet.de

 

Andreas Ebbersmeyer hat sich einen eigenen Defibrillator angeschafft, um schnell helfen zu können. (Foto: Graap)

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