Frauenberatungszentrum Aranat besteht seit 30 Jahren

Überlastung, Ängste bis hin zu Folgen von Gewalt: Angebote für alle Lübeckerinnen.

89 gründen sich das Frauenkommunikationszentrum Aranat und Tara, die Migrationsberatungsstelle in Lübeck. 2017 fusionierten beide Beratungsstellen und arbeiten seitdem unter einem Dach im Steinrader Weg 1 zusammen. Der Wochenspiegel sprach mit Martha Deegen, systemische Beraterin und Therapeutin (Aranat) und Jale Isözen, Migrationsberaterin für Frauen (Tara) über das gemeinsame Angebot des Hauses und das Fazit nach 30 Jahren Frauenarbeit.

Wer besucht die Beratung und die Angebote von Aranat und Tara?

Martha Deegen: Einerseits kommen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in einer schwierigen Lebenssituation, die nicht mehr weiter wissen und an dieser Stelle ein professionelles Gegenüber für die nächsten Schritte möchten. Andererseits kommen Frauen, die sich stärken, aufbauende Erfahrungen machen und neue Begegnungen erleben möchten. Jede dritte Besucherin in 2018 kam mit einem Migrationshintergrund oder auch mit Fluchterfahrung. Die Beratung erfolgt bei Bedarf mit Sprachmittlung.

Um welche Probleme der Frauen geht es?

Deegen: Als wir die Zahlen für 2018 ausgewertet haben, zeigte sich, dass es in rund 40 Prozent der Kontakte um Anliegen im Zusammenhang mit Folgen von Gewalt, in rund 30 Prozent um andere psychosoziale Themenfelder wie Einsamkeit, Ängste, familiäre Situationen, Überlastung, Tod oder Trennung geht. 20 Prozent liegen im Bereich Frauengesundheit, bei fünf Prozent geht es um gleichgeschlechtliche Lebensweise.

Welches Fazit gibt es nach 30 Jahren Aranat?

Deegen: 30000 gemeinsame Nutzerinnen in 30 Jahren und 1000 Veranstaltungen bestätigen die niedrigschwellige Erreichbarkeit unserer Einrichtung. Nach unserer erfolgreichen Fusionierung vor zwei Jahren sind wir mit unserer neuen Organisation frisch rezertifiziert. Unsere Tür ist offen für alle Lübeckerinnen mit Angeboten in den Bereichen Beratung, Veranstaltungen und Treffpunkte.

Welche Wünsche hat das Frauenkommunikationszentrum für die Zukunft ?

Jale Isözen: Wir wünschen uns als Teil von Lübeck im Sinne der Istanbulkonvention (Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt) weiterhin, ein vernetztes und verantwortliches Handeln in den Institutionen zu stärken. Ein weiterer wichtiger Wunsch ist die kontinuierliche und ausreichende anteilige Landesförderung für den Fachbereich Tara-Migrationsberatung.

Gibt es genug Unterstützerinnen und Unterstützer, ehrenamtliche Kräfte?

Isözen: Wir erfahren vielfältige Unterstützung. Auch durch ehrenamtliches Engagement, worüber wir uns sehr freuen und ausdrücklich herzlich bedanken möchten.

Aranat , Telefon: 0451/40 84 850, E-Mail: info@aranat.de
Tara-Migrationsberatung,
Telefon: 0451/70 55 76, E-Mail: Tara.Migrationsberatung@aranat.de

Migrationsberaterin Jale Isözen und Sozialmanagerin Martha Deegen (r.) von Aranat.  Foto: mpa

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