Der neue Ehrenfriedhof – ein Ort der Erinnerung

Gemeinden Klein Westenberg, Barnitz, Westerau und Groß Wesenberg weihten Gelände ein.

181 Gedenksteine spiralförmig angeordnet. In der Mitte ein riesiges Kreuz und Schautafeln, die auf die Wirren der beiden Weltkriege hinweisen und das Leid deutlich machen, das auch über die Familien am äußersten Rand des Kreises Stormarn hereinbrach: Der sanierte Ehrenfriedhof am Rande des Klein Wesenberger Friedhofes ist ein kleines Juwel der Ruhe und Erhabenheit geworden, das Angehörige zum Gedenken an die Gefallenen innehalten lässt.

Bereits vor 100 Jahren, als wahrscheinlich noch niemand an einen zweiten Weltkrieg gedacht hat, haben sich die vier Gemeinden Klein Wesenberg, Barnitz, Groß Wesenberg und Westerau mit Trenthorst zusammengetan, um eine gemeinsame Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkrieges einzurichten. Viele Jahrzehnte hatte die Kirchengemeinde Klein Wesenberg die Gedenkstätte gepflegt, später sprangen immer mehr die Gemeindearbeiter von Klein Wesenberg ein. Doch auch sie konnten den Zahn der Zeit nicht aufhalten. Nachdem der Barnitzer Bildhauer und Steinmetz Thomas Helbing die Gedenksteine unter die Lupe genommen hatte, fassten alle vier Gemeinden den Beschluss, den Ehrenfriedhof grundlegend zu sanieren.

Damit begann eine nahezu beispiellose generationsübergreifende Zusammenarbeit: Schüler der Beruflichen Schulen des Kreises Stormarn verliehen den Gefallenen mit ihrem Projekt „Steinen ein Gesicht geben“ eine ganz besondere und tiefgehende Seite. „Sie haben Hinterbliebene interviewt, was sie sehr betroffen gemacht hat, denn viele der Gefallenen waren so alt wie die Schüler selbst. Ihre Eindrücke können auf den Schautafeln nachgelesen werden“, verriet Rüdiger Hildebrandt, der zu Beginn des Projektes noch Leiter der Beruflichen Schulen in Bad Oldesloe war.

„In der Vergangenheit wie auch heute sind mit der Gedenkstätte sehr viele Gefühle und Erinnerungen verbunden. Und heute ist es aktueller denn je, mit allen Unruhen und Kriegen in der Welt auch daran zu erinnern, welches persönliche Leid damit verbunden ist und welchen Einfluss Kriege auf ganze Familienschicksale genommen haben“, sagte Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David, der den 2. Weltkrieg selbst miterlebt hat und weiß, wie schwer es für die Frauen der Dörfer war, ihre Kinder allein groß zu ziehen, weil die Männer aus dem Krieg nicht mehr zurückgekehrt sind. „Den jüngeren Generationen soll immer wieder aufs Neue gezeigt werden, was Kriege anrichten. Dafür steht dieser Ehrenfriedhof“, so David.

Er dankte besonders Pastor Erhard Graf und der Aktivregion „Holsteins Herz“, für die beim Ehrenfriedhof gleich mehrere Förderaspekte erfüllt wurden. Darüber freuten sich natürlich die Gemeinden, denn die Aktivregion übernahm immerhin 410?00 Euro von 740?00 Euro Gesamtkosten.

Gemeinsam gaben die Bürgermeister und Vertreter der Gemeinden den Ehrenfriedhof frei. Foto: PD

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