Was wird aus dem Claudiuspastorat?

Kirchengemeinderat ermittelt den Sanierungsbedarf und sucht nach einem Nutzungskonzept

Es hat den Charme eines alten Fachwerkhauses, seine Sprossenfenster haben etwas von einer Puppenstube, es steht auf einem großen Grundstück mit altem Baumbestand und seine Lage mit Blick auf das Gemeindehaus und auf den Herrenteich könnte besser kaum sein: Nach dem Auszug von Pastor Bernd Berger steht das Claudiuspastorat leer, was bereits für wildeste Spekulationen in Reinfeld gesorgt hat. Die Kirchengemeinde  geht in ihrem Gemeindebrief in die Offensive: Weder ein Abriss noch ein Verkauf des Hauses seien je im Gespräch gewesen.

So ist es immer gewesen: Ein Pastor wohnt mit seiner Familie in einem Pastorat. Die Familiengröße freilich war früher eine andere als heute. Entsprechend groß war der Platzbedarf, den das Claudiuspastorat mit seinen 360 Quadratmetern Wohnfläche selbst bei einer reichen Kinderschar mit Leichtigkeit erfüllen konnte. Zuletzt hatten Pastor Bernd Berger und seine Familie das Pastorat mit Leben gefüllt. Als die Kinder aus dem Haus waren, wurde nur noch ein Bruchteil des Hauses zum Wohnen genutzt.

Beim letzten Flohmarkt, den Marlis Stolp und der kreative Frauentreff im März im leerstehenden Pastorat organisiert hatten, konnten viele Reinfelder einen Blick in die Wohnräume des Pastorats werfen. Schon damals wurde spekuliert, was aus dem alten Haus werden soll, das nach heutigen Maßstäben gleich drei Familien ein Dach über dem Kopf bieten könnte. „Als Kirchengemeinderat nutzen wir den Leerstand, um den Sanierungsbedarf ermitteln zu lassen und in Ruhe zu überlegen, wie dieses Haus in seinem Geiste zukünftig genutzt werden kann.  Im Zuge dieses Prozesses entscheidet der Kirchengemeinderat auch über die Aufnahme von Gesprächen mit potentiellen Partnern“, schreibt Pastorin Christina Dunker im neusten Gemeindebrief.

In einem Punkt wird sie ganz deutlich: „Allein eine weitere Nutzung als Pastorat ist unwahrscheinlich, da circa 360 Quadratmeter Wohnfläche für heutige Verhältnisse zu groß und unattraktiv sind.“ Dem Kirchengemeinderat sei bewusst, dass die Reinfelder ein großes Interesse am Claudiuspastorat hätten. Deshalb suche er nach einem Konzept, das vielen Menschen Zugang zu dem Haus ermöglichen würde. Mit verschiedenen Veranstaltungen werde der Kirchengemeinderat in der kommenden Zeit immer wieder die Türen des Pastorates  öffnen, bis eine endgültige Entscheidung getroffen ist.

Foto: PD

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