Ausstellung in Eutin: Janosch kann auch nackt

 

Klar: Tiger und Bär, Günter Kastenfrosch und Tigerente – das ist die Welt von Janosch. Dass der berühmte Maler und Kinderbuchillustrator und -autor als Künstler aber auch ganz andere Facetten hat, zeigt die neue Sonderausstellung im Eutiner Ostholstein Museum am Schlossplatz?1. Bis zum 11. August sind rund 90 Arbeiten auf Papier und Leinwand zu sehen, die ein breitgefächertes künstlerisches Schaffen dokumentieren.

Nur wenige kennen Janoschs Werke in Sachen Bildende Kunst

Seine tierischen Figuren haben ihn in 60er- und 70er-Jahren bekannt gemacht. Sein Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ gilt heute als Klassiker, jedes Kind kennt Janosch. Erwachsene bringen ihn vielleicht auch mit seiner wöchentlichen Kolumne „Wondrak“ – sein Alter Ego – im Zeit-Magazin in Verbindung. In diesen „von Berufs wegen“ entstandenen Arbeiten sind Janoschs künstlerische Ausdrucksweise, sein Mal- und Zeichenstil unverkennbar. „Seine Werke stecken dabei voller humoristischer Details, die nicht selten Kritik an der Gesellschaft beinhalten“, erläutert Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Nur wenigen Leuten sind hingegen die Landschaften, Porträts, Stillleben und auch Akte bekannt, die Horst Eckert, wie Janosch mit bürgerlichem Namen heißt, geschaffen hat. „Wenn es um seine Werke der Bildenden Kunst geht, erkennt man keine Handschrift. Er unterwirft sich keinem Stil und macht, was er will“, sagt Julia Hümme. Ob es nun nackte Grazien , ein kunterbuntes Strandpanorama, abstrakte Gemälde oder Landschaftsaquarelle sind – hier prallem Kunstwelten aufeinander.

Münchner Kunstakademie warf Janosch „mangelnde Begabung“ vor

Janosch wurde 1931 in Schlesien geboren und arbeitete zunächst in einer Schlosserei. 1946 flüchtete die Familie in den Westen. In Textilfabriken entwarf er Hemdenstoffe und lernte das Musterzeichnen. Mitte der 50er-Jahre besuchte er die Akademie der Bildenden Künste in München – musste diese aber aufgrund „mangelnder Begabung“ wieder verlassen. Mit seinem ersten Kinderbuch „Die Geschichte von Valek dem Pferd“ begann schließlich 1960 eine steile Karriere.

Geöffnet ist die Ausstellung „Janosch – Maler und Illustrator“ dienstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 17 Uhr. Eine erste Familienführung findet am Donnerstag, 30. Mai, um 11.30 Uhr statt. Alle Termine auf www.oh-museum.de. vg

 

Künstler mit viele Facetten: „Auch Akte hat Janosch gemalt“, weiß Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. (Fotos: vg/Janosch Film & Medien AG)

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.