Verkehr: Zahl der Unfälle in Lübeck leicht gestiegen

Sorgen machen der Polizei vor allem Handynutzer und Pedelecs

Der Leitende Polizeidirektor Norbert Trabs hat die Verkehrssicherheitsberichte 2018 für die Bereiche der Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein vorgestellt. Im Bereich der Hansestadt Lübeck ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen.

Bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden gab es einen Anstieg um fast drei Prozent. Deutlicher stieg die Zahl von Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit einer Straftat an, hier insbesondere durch mehr Trunkenheitsfahrten (+26,5 Prozent).

Keine Veränderungen bei den Unfallursachen

Auch die Zahl der Leichtverletzten stieg an, und zwar um 4,1 Prozent. „Erfreulicherweise ist die Anzahl der Schwerverletzten um 6,9 Prozent gesunken“, so Polizeihauptkommissar Rainer Dürkop. Ein Verkehrsunfall endete für einen Kradfahrer tödlich, damit gab es im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung.
Während 2017 ein Rückgang der Verkehrsunfälle mit Radfahrern im Vergleich zu 2016 zu verzeichnen war, stiegen die Anzahl 2018 wieder an, blieb jedoch mit 598 Unfällen unter dem Stand von 2016 (616). Besonders drastisch fällt der Anstieg der Unfallzahlen im Bereich der Pedelecs, besser bekannt unter der Bezeichnung E-Bikes, aus. Hier beträgt die Steigerung 187,5 Prozent. „Eine Erklärung dafür dürften die hohen Verkaufszahlen sein, allein in den letzten vier Jahren wurden über 2,7 Millionen dieses neuen Verkehrsmittels verkauft“, so Rainer Dürkop.

Bei den Unfallursachen gibt es keine Verschiebungen. Nach wie vor kommen Vorfahrtverletzungen, falsches Abbiegen und zu geringer Sicherheitsabstand am häufigsten vor. Unfallschwerpunkte in der Hansestadt sind die „Verkehrsverteilerplätze“ Lindenplatz (31), Bei der Lohmühle (18) und Mühlentorplatz. Bei den Straßen und Kreuzungen liegt der Bereich Wallbrechtstraße/Roonstraße/Walderseestraße ganz vorne (8).

Handynutzung: Polizei kündigt mehr Kontrollen an

Ein brisanter Punkt bleibt das Thema „Handy am Steuer“. „Eine Auswertung ist zurzeit leider noch nicht möglich, soll aber demnächst umgesetzt werden, so dass ab 2020 eine Unfallauswertung ‚Ablenkung’ möglich sein wird“, sagte Dürkop. „Eine kurze Unaufmerksamkeit kann bereits zu gefährlichen Verkehrssituationen und auch zu schweren Verkehrsunfällen führen“, so der Polizeihauptkommissar weiter. Im Stadtbereich bedeutet das: Ein zwei Sekunden langer Blick aufs Handy bei 50 km/h bedeutet eine „Blindfahrt“ von 50 Metern. Grund genug für die Polizei, hier weiter gezielte Kontrollaktionen durchzuführen. Trotzdem steigt die Zahl der Anzeigen seit 2015 (1626) kontinuierlich an. 2018 waren es 2052 Anzeigen. afu

Foto: Polizeihauptkommissar Rainer Dürkop, Polizeidirektor Norbert Trabs und Polizeikommissar Frank Jeschkowski (v. li.). Foto: afu

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