Nachbarschaftsprojekte ausgezeichnet

Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (v. li.) mit den Gewinnern des zweiten Preises Manfred Reißmann, Edeltraud Wilhelmy, Karla timbcke und Maria-Elisabeth Neumann. (Fotos: Mpa)

Ein Hamburger sowie zwei Lübecker Projekte wurden vom Bürgerkraftwerks ePunkt geehrt.

Soziale Beziehungen haben sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts weg von der Großfamilie in Mehrpersonenhaushalten zu Kleinfamilien und Haushalten von Singles verändert. „Da ist eine gelingende Nachbarschaft sehr von Vorteil“, so Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer bei der Verleihung des Nachbarschaftspreises 2019 durch das Bürgerkraftwerk ePunkt. „Wir alle ahnen und spüren die Anwesenheit von Einsamkeit“, sagt ePunkt-Vorsitzender Peter Delius.

Zum Thema des diesjährigen Nachbarschaftspreises „Gemeinsam gegen einsam“ haben sich insgesamt 31 bundesweite Projekte beworben. Mit dem Hamburger Projekt „Kulturisten Hoch 2“ gibt es einen ersten Platz neben zwei zweiten Plätzen. Als Mittler zwischen Generationen überzeugten die Hamburger und erhielten den ersten Preis in Höhe von 5000 Euro. Der Lübecker Arbeitskreis „Na Na“ (Naturerlebnis Nachbarschaft) kam auf den zweiten Platz, der mit 3000 Euro dotiert wurde. Sie teilen sich den zweiten Preis mit dem Wohnprojekt „Gemeinsames Wohnen der Generation 60+“, für den es ein Preisgeld von 2000 Euro gab.

Überall, wo es Kulturveranstaltungen, eine Kulturtafel, Senioren und Schüler ab 16 Jahren gibt, könne das Hamburger Projekt Nachahmung finden, heißt es in dem Videoclip aus Hamburg. 16-jährige Hamburger Oberschüler werden für den Kontakt mit Senioren geschult und besuchen mindestens drei Kulturveranstaltungen im Jahr mit ihnen. „Das ist auch auf Lübeck übertragbar“, sagt Delius.

Auch das Projekt „Na Na“ aus St. Lorenz Nord verbindet Menschen. „Zwischen der A1 und auf der anderen Seite verwarzte Industrieanlagen, zu wenig Grünflächen und einer Wahlbeteiligung unter zehn Prozent: Es ist genial, diese Schwachpunkte im Stadtteil zum Thema des Arbeitskreises zu machen“, so der ePunkt-Vorsitzende. Das Nachbarschaftsbüro Vorwerk-Falkenfeld, die Interessengemeinschaft Falkenfeld und die Jugendarbeit der Stadt sowie weitere Ideenstifter ziehen an einem Strang, um einen Naturlehrpfad durch St. Lorenz Nord und weitere Themen umzusetzen.

Das Senioren-Wohnprojekt 60+ in St. Gertrud wurde von einigen Damen 2006 initiiert und konnte mit dem Lübecker Bauverein als Bauträger entstehen. Diese Wohnform sieht Peter Delius als gelungene Initiative, im Alter von zu großen Wohnungen in kleinere mit netter Nachbarschaft zu ziehen. 30 Personen stehen auf der Warteliste der Einheit mit 42 Wohnungen sowie einigen Sozialwohnungen. mpa

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