Mutter-Kind-Kurs hat sich etabliert

Gut besucht: Im Sprachkurs der Lebenshilfe Ostholstein helfen Ehrenamtliche den zugewanderten Frauen, die deutsche Sprache zu erlernen. (HFR)

Seit anderthalb Jahren gibt es das Angebot im „Treffpunkt“ – ehrenamtliche Unterstützung wird dringend gesucht.

Im Vormittagskurs der Lebenshilfe Ostholstein helfen engagierte Ehrenamtliche neu zugewanderten Frauen, die deutsche Sprache zu erlernen. Ein niedrigschwelliges Sprachangebot in einer kleinen Gruppe ist da ein wichtiger Schritt in die neue Welt. Besonders schätzen die Frauen die vertraute Atmosphäre in der Kleingruppe und die Kinderbetreuung – so können sie sich in einem geschützten Rahmen austauschen und auch mal Rat holen.

„Die Sprachhelferinnen wollen in dieser schwierigen Anfangssituation unterstützend begleiten. Sie vermitteln die ersten Worte und kleinen Sätze in der neuen Sprache, helfen den Frauen ihre Umgebung besser zu verstehen und geben auch mal den ein oder anderen Tipp für das tägliche Leben. Parallel werden die Kinder auch von Ehrenamtlichen betreut und gleichzeitig gefördert, um den Kita-Einstieg zu erleichtern“, erklärt Karen Schmidt, Ehrenamtskoordinatorin der Lebenshilfe Ostholstein.

Dank der angebotenen Kinderbetreuung wird das Angebot sehr gut angenommen. Aktuell kommen dienstags bis donnerstags zwischen 9.30 und 11 Uhr neun Frauen mit geringen Deutschkenntnissen und vier Frauen, die schon zu den Fortgeschrittenen gehören. „Doch im Moment müssen beide Gruppen zum Teil gemeinsam unterrichtet werden, weil nicht genügend Sprachhelferinnen vor Ort sind“, sagt Ruth Arp, Integrationshelferin bei der Lebenshilfe Ostholstein. „So können wir leider nicht immer allen Frauen gerecht werden. Ihr Sprachniveau ist einfach zu unterschiedlich.“ Sie hofft auf zusätzliche, dringend benötigte, ehrenamtliche Unterstützung sowohl für den Sprachunterricht als auch für die Kinderbetreuung. „Auch anderthalb Stunden pro Woche sind schon eine große Hilfe“, so Ruth Arp.

Gemeinsam mit den Müttern kommen zurzeit sieben Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren, die noch keinen Platz in der Kita erhalten haben. Auch hier sind die Bedarfe durch den Altersunterschied verschieden und es braucht für jeden Tag idealerweise ein Team aus zwei Ehrenamtlichen in der Kinderbetreuung.

„Ich möchte unbedingt Deutsch lernen“, sagt Baraa Dabko. Die 23-jährige Syrerin lebt seit drei Jahren in Deutschland. Als Mutter von vier Kindern würde sie ohne dieses Angebot nicht vor die Tür kommen. „Ich bin so dankbar für diese Hilfe und den Unterricht. Sonst könnte ich nicht die Sprache lernen.“ Dass gute Sprachkenntnisse die Grundvoraussetzung für Teilhabe an der Gesellschaft sind, weiß die junge Mutter. Denn nur so kann sie ihre Kinder durch Kindergarten- und Schulzeiten begleiten.

»Am Mutter-Kind-Kurs-Projekt interessierte Frauen können sich melden bei Karen Schmidt, Telefon 0451/ 49056636, E-Mail: schmidt@lebenshilfe-ostholstein.de.

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