Eutin sollte enger zusammenrücken

Wünschten jedem Gast des Empfanges traditionell per Handschlag ein gutes neues Jahr (von links): Kommandeur Tobias Aust und Ehefrau Silke Kleinschmidt, Bürgermeister Carsten Behnk und Ehefrau Marina sowie Ingrid Holst und ihr Ehemann, Bürgervorsteher Dieter Holst. (Fotos: Graap)

300 Gäste kamen zum Neujahrsempfang von Stadt und Aufklärungsbataillon in die Rettberg-Kaserne.

Statt langer Reden standen am Sonntag eine ungezwungene Talkrunde und kurze Umfragevideos vom Wochenmarkt im Mittelpunkt des Eutiner Neujahrsempfanges. Für die 300 Gäste im Speisesaal der Rettberg-Kaserne hieß es: etwas enger zusammenrücken. „Das sollte auch ein Omen für die Eutiner Gesellschaft sein“, betonte Bürgervorsteher Dieter Holst. Bei der Umsetzung von Projekten müsse man gemeinsam und konstruktiv ans Werk gehen. Betroffene müssten eingebunden und Diskussionen auf Sachebene geführt werden.

Von Moderatorin Kerstin Stein-Schmidt auf die Stadtentwicklung angesprochen, sagte Bürgermeister Carsten Behnk: „Es läuft gut. Mit der Fertigstellung von Peterstraße und ZOB hatten wir 2018 positive Erlebnisse. Die Bevölkerung sieht, dass etwas fertig wird und Eutin in Bewegung ist.“ Das gelte auch für die Einwohnerzahl, die laut Rathaus auf 17700 Bürger angewachsen ist. Und was steht 2019 an? „In diesem Jahr müssen wir eine schlaue Entscheidung zur Schulentwicklung fällen und die Sanierung der Historischen Reithalle und der Straße Am Rosengarten beginnen,“ so Behnk. Auch Beschlüsse zum Integrationshotel und zum Bau des Feuerwehrgerätehauses müssten getroffen werden.

Für die Bundeswehr stünden 2019 vor allem die weitere Ausbildung der Soldaten sowie Übungen auf dem Programm, kündigte Kommandeur Tobias Aust an. 20 Eutiner Soldaten befinden sich dauerhaft in Auslandseinsätzen. Den Oberstleutnant, der im April das Regiment im Bataillon übernahm, begeistert vor allem das Improvisationsvermögen seiner Leute: „Wir haben klasse Frauen und Männer in Eutin!“

Statt auf externe Berater zu setzen, solle die Bundeswehrführung doch einfach mal die Truppe fragen, regte Aust zudem schmunzelnd an. An die Eutiner Bürger und Organisationen gerichtet betonte der Kommandeur: „Wir haben keine Berührungsängste. Sie können gerne auf uns zukommen, wenn Sie ein Anliegen haben!“

Landrat Reinhard Sager freute sich über ein gutes Miteinander von Kreistag und Kreisverwaltung. „Bestes Beispiel ist dafür der 306-Millionen-Euro-Etat, der ohne Gegenstimme und Enthaltung angenommen wurde“, stellte Sager fest und betonte: „Positiv ist außerdem, dass Ostholstein seit dem 1. Januar kein Konsolidierungkreis mehr ist. Wir sind wieder flüssig!“ Der Kreis könne 2019 mehr investieren, unter anderem in Radwege, ein neues Frauenhaus, die Beruflichen Schulen und in Inklusion. Er stellte eine weitere Senkung der Kreisumlage und der Schulden auf 30 Millionen Euro bis 2020 in Aussicht.

In Sachen Beltquerung sagte der Landrat: „Ich gehe davon aus, dass sie kommt, wenn auch später als gedacht. Deshalb müssen wir uns wappnen: Bereits jetzt gibt es einen Anstieg der Nachfrage bei Gewerbeflächen, und zum Schutz der Bürgerinteressen wollen wir 500 Millionen Euro zusätzlich vom Bund für den Lärmschutz bei der Hinterlandanbindung.“ Was Sager übrigens zunehmend Sorgen bereitet, sind überharte bis beleidigende Ansprachen von Bürgern gegenüber den Kreismitarbeitern. „Man darf sich über Behörden beschweren und Kritik üben – aber es kommt auf das Wie an“, so Sager. Er mahnte alle zu einem zivilisierten Umgang miteinander und einem konstruktiven Streit in der Sache. vg

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