Kulturpreis für den „Impresario“

Kulturpreisträger Martin Karl-Wagner (mit Bürgermeister Carsten Behnk, links, und Bürgervorsteher Dieter Holst, rechts) durfte sich ins Goldene Buch der Stadt Eutin eintragen. (Foto: Graap)

Stadt ehrt den Eutiner Musiker Martin Karl-Wagner für herausragende Leistungen.

Vergangene Woche hörte der Gründer von Wagners Salonquartett seinen Musikerkollegen nur zu, denn das restliche Trio spielte im Ratssaal für ihn und die anderen Gäste der Kulturpreis-Verleihung der Stadt Eutin. Martin Karl- Wagner stand im Mittelpunkt es Abends: Der rege Musiker, Komponist und Veranstalter erhielt den städtischen Kulturpreis, der zum siebten Mal vergeben wurde.

Der alle zwei Jahre ausgelobte Preis sei Lob und Anerkennung für besondere Leistungen, aber auch Ansporn für andere, dem Vorbild nachzueifern, sagte Bürgervorsteher Dieter Holst. „Martin Karl- Wagner ist es mit hohem Einsatz gelungen, das musikalische Erbe von Carl Maria von Weber lebendig zu halten. Und auch die Art und Weise, wie er Musik mit der Geschichte Eutin in seinen Moderationen verbindet, ist etwas Besonderes“, betonte Holst. Laudator Dr. Matthias Viertel von der Internationalen Weber-Gesellschaft fand es nicht einfach, „so viel umtriebige Kreativität“ in seiner Ansprache gebührend zu berücksichtigen. Keinesfalls solle Karl-Wagner auf die Rolle eines Weber-Konservators reduziert werden. Er entwarf deshalb vom Preisträger das Bild eines „Impresarios“, der in seinem Opernbetrieb einst alles alleine machen können musste: koordinieren, finanzieren, inszenieren. „Als Impresario ist Martin Karl-Wagner ein Glückfall für die Stadt Eutin“, so der Laudator.

Viertel erinnerte aber auch daran, dass das Künstlerleben heute wie schon vor 200 Jahren mühsam sei und hohe Verdienste als Musiker mit geringem Verdienst einher gehe. Als Beispiel nannte er eines der Vorbilder von Karl-Wagner, den Weber-Vater und Eutiner Stadtmusikus Franz Anton von Weber, der Eutin einst aus finanziellen Gründen verlassen musste. Der Preisträger selbst sagte, er habe es nie bereut, als freiberuflicher Musiker tätig zu sein. „Wenn ich die Wahl hätte, würde ich fast alles wieder so machen“, betonte Karl-Wagner, der als Student seinen Lebensunterhalt mit Straßenmusik bestritt. Eine Erfahrung am Anfang seiner Karriere war prägend: 1983 ging er mit der Idee, ein Konzert im Uklei-Jagdschlösschen zu geben, zur Tourist-Info. Dort fand man das Vorhaben gut, wollte aber keine Gage bezahlen, nur den Druck der Plakate. „Da habe ich gelernt: Entweder man spielt nicht oder man macht alles selber“, so Karl-Wagner. Seitdem organisiert er Konzerte und Musikfeste in Eigenregie. „Das geht aber nur, wenn der Lebenpartner es mitträgt“, unterstrich der Künstler und bedankte sich bei seiner Frau Christin Möller.

Für Martin Karl-Wagner, der auch als Dozent an der Musikhochschule Lübeck und Komponist für Filmmusik tätig ist, ist seine Aufgabe als Koordinator der Eutiner Weber-Tage etwas Außergewöhnliches. Hier könne er seit 2011 Dinge umsetzen, die nicht an der Kasse refinanziert werden müssen. „Das ist eine andere Art, Kultur zu machen!“ »Live zu erleben ist „Wagners Salonquartett“ am Dienstag, 1. Januar, um 14 und 17 Uhr bei den traditionellen Neujahrskonzerten im Jagdschlösschen am Ukleisee in Sielbeck. Karten gibt es bei der Tourist-Info Eutin, Telefon 04521/709734.

vg

Kommentar hinterlassen zu "Kulturpreis für den „Impresario“"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*