Die Grundmauern wieder auf sichere Beine stellen

Um das Fundament mit den schweren Maschinen vom Ufer aus zu erreichen, kommen mit Sand gefüllte Bigpacks zum Einsatz. (Graap)

Das Fundament von Schloss Eutin wird zurzeit neu gegründet.

Die Risse am und im Schloss Eutin haben schon länger darauf hingedeutet: Das Fundament des historischen Gemäuers ist nicht mehr sicher. „Das Risiko eines Grundbruchs können wir nicht dauerhaft eingehen, deshalb war es an der Zeit, zügig zu handeln“, erläutert Burkhard Beck-Broichsitter, Bauberater der Schloss-Stiftung. Das Außengelände gleicht deshalb jetzt einer Großbaustelle. Es ist der Startschuss für die Stabilisierung der Grundmauern.

„Wir wollen das Schloss wieder auf ein gesichertes Fundament stellen“, betont Stiftungsvorstand Brigitta Herrmann. „Ein großes Dankeschön gebührt dabei dem Land, das uns für diese Maßnahme 2,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.“ Die Schäden rühren aus der verkorksten Baumaßnahme im Jahr 2007 her. Damals hat man den Wassergraben zu lange leerstehen lassen. Wegen des fehlenden Gegendrucks gegenüber der Gründung wurde das Feldsteinfundament labil, die Steine sind in Bewegung geraten.

Mit Spezialgerät wird nun in fünf bis sechs Metern Tiefe mit Hochdruck Beton unter die Fundamente aus dem 17. Jahrhundert gespritzt, um den Grundmauern wieder dauerhafte Standfestigkeit zu verleihen.

An den Außenwänden fast ums ganze Schloss herum muss alle 50 bis 80 Zentimeter gebohrt und Zementschlamm in den Untergrund gedrückt werden. Um diesen Bereich vom Ufer aus zu erreichen, kommen schwere, mobile mit Sand gefüllte Plastiksäcke, sogenannte Bigpacks, zum Einsatz. „Wir rechnen mit einem knappen halben Jahr Bauzeit. Die Südseite soll bis Ende März zur Saisoneröffnung fertig sein“, kündigt Brigitta Herrmann an. Danach muss das sanierte Fundament mindestens ein Jahr ruhen, im Anschluss können dann die Risse im Gebäude beseitigt werden.

Auch der Parkplatz am Schloss ist von der Baustelle betroffen. Von den 100 Stellplätzen werden rund 35 für die kommenden zehn Monate wegfallen. Der vorweihnachtliche Betrieb im Schloss geht unterdessen unvermindert weiter. vg

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