Abenteuer Bauernhof

So nah sind Finja (von links), Lisa und Katharina bisher noch keinem Huhn gekommen. Die angehende Bauernhofpädagogin Verena Bosslet lässt die Kinder sogar die Henne streicheln. (KG)

Verena Bosslet aus Sarkwitz erklärt Kindern das Leben auf dem Land.

Die Kuh ist lila und Hühner legen bunte Eier: Vielen Kindern ist das Landleben und damit auch die Erzeugung von Lebensmitteln fremd. Ein Umstand, den Verena Bosslet gerne ändern möchte. Sie lässt sich deshalb von der Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein zur Bauernhofpädagogin ausbilden. Auf dem Hof Rahn in Sarkwitz erkundete sie jetzt mit einer Kindergruppe im Rahmen des Ferienpasses den Bauernhof.

Der achtjährige Otto ist voll in seinem Element. In einer Eierpappe hat er Getreide, Maiskörner und gekochte Nudeln. „Die Spagetti mögen sie am liebsten“, erklärt er stolz und füttert damit die freilaufenden Hühner. In einem geflochtenen Weidenkorb haben Lisa, Katharina und Finja die frischen Eier aus dem Hühnerstall geholt. Neben braunen und weißen Hühnereiern haben sie auch etwas Seltsames entdeckt. „Das ist ein Windei, das vom Huhn ohne Schale gelegt wurde“, erklärt Verena Bosslet den staunenden Kindern. „Das kann man genauso essen wie ein normales Hühnerei, nur verkaufen kann es der Bauer natürlich nicht.“ „Das macht richtig Spaß“, meint Finja (11) und strahlt.

Lisa (11) hat es der acht Jahre alte Flatcoated Retriever „Cado“ angetan, der die Gruppe überallhin begleitet. „Der Hund ist richtig süß“, erklärt sie und streicht dem großen Rüden über das Fell.

Echte Sympathieträger sind auch die drei Schweine „Pepper“, „Penny“ und „Madame“. Besonders letztere genießt es, wenn sie gebürstet wird. „Manchmal kommt sie auch für einen Spaziergang auf den Hof“, erklärt Verena Bosslet. Wenn sie die richtige Größe erreicht haben, endet das Schweineleben dennoch beim Schlachter, aber bis dahin haben sie ein artgerechtes Leben mit Stroh im Stall und einem schönen Außengehege gehabt.

Auf dem Getreidespeicher erklärt die angehende Bauernhofpädagogin den Kindern, woran man die unterschiedlichen Getreidesorten erkennt. Für das Mittagessen dürfen sie eine Schüssel voll Weizen sieben und dann selber zu Vollkornmehl mahlen. Hinzu kommen Hefe, Wasser, etwas Rapsöl sowie zwei Teelöffel Zucker und eine Prise Salz. Damit ist der Teig für die Vollkornbrötchen fertig, dieser muss 40 Minuten gehen. Zeit für eine Hofrallye, bei der es gilt, knifflige Fragen zu lösen. Ganz nebenbei wird dabei auf spielerische Art und Weise das gerade erst Gelernte abgefragt und gefestigt. Dabei bleibt natürlich noch genügend Zeit, um ausgiebig auf dem Heuboden zu toben.

Zum Mittagessen macht es sich die Gruppe auf Strohballen gemütlich und genießt die selbst gebackenen Brötchen, die noch warm aus dem Ofen kommen. Viel zu früh geht der Vormittag auf dem Bauernhof zu Ende. „Ich möchte gern nochmal wiederkommen“, verrät Finja zum Abschied und meint: „Die Schweine und die Hühner sind so niedlich!“ »Wer mehr über die Bauernhofpädagogik erfahren möchte, kann sich online auf www.abenteuer-bauernhof.jimdosite.com informieren.

KG
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