Große Pflanzaktion für Insekten

Gar nicht so einfach, die neuen Pflanzen erst einmal aus den Töpfen zu bekommen. Aber Angela Neumann (BlütenMeer 2020) zeigte Felix Beeck, Bendik Stolzenberg, Lieselotte Krudopp und Jale Feist ganz genau, wie es gemacht wird. (Fotos: Kvd)

Aktion „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz soll das Nahrungsangebot verbessern.

Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit den Pfadfindern der Royal Rangers, dem Verein Hanse Obst, Essbare Stadt Lübeck und den knapp 70 Schülern der Grundschule Niederbüssau verwandelte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die Obstwiese Krummesser Baum in einen reichhaltigen Blütentisch für Insekten.

„Ich zeige euch, wie es geht“, mit diesen Worten ermunterte Angela Neumann (BlütenMeer 2020) die Jungen und Mädchen der Grundschule zum Mitmachen bei der Pflanzaktion. Schließlich waren mehr als 500 Wildpflanzen in die bereits vorbereiteten Erdlöcher der Wiese zu bringen. Mit Feuereifer gingen die Kinder ans Werk. Wer nicht mit Spaten oder Hacke buddelte und pflanzte, der konnte sich an dem besonderen Saatmix aus Margarite, Wilder Möhre und 20 weiteren heimischen Wiesenarten bedienen und den Samen direkt per Hand in der Wiese aussäen.

Ist das Konzept erfolgreich, werden viele Insekten im kommenden Jahr ihren Rüssel in die Blüten von wildem Oregano, Skabiose, Klee und Schlüsselblume tauchen. „Ganz klar profitieren auch die Obstbäume vom Getümmel der Käfer, Hummeln, Wild- und Honigbienen“, freut sich Ingrid Bauer von der Naturschutzbehörde.

Die Obstwiese Krummesser Baum ist Heimat von 150 Obstbäumen und zugleich Sortenerhalt-Garten des Deutschen Pomologen-Vereins. Dort stehen alte Regionalsorten wie der Lübecker Marzipanapfel oder die Lübecker Sommerbergamotte. Manche der Bäume sind bereits über 100 Jahre alt.

Seit 2012 nutzen in Teilbereichen auch die Pfandfinder Royal Rangers Lübeck II Wilde Karde die Wiese als Campgelände. Die jungen Pfadfinder betreuen und bewässern bei Bedarf die Obstwiese.

„Seit 27 Jahren werden in großen Teilbereichen des insgesamt 3,5 Hektar großen Grünlandes keinerlei chemische Produkte oder Gülle verwendet“, erläutert Heinz Egleder vom Hanse Obst e.V. Besonders erfreulich ist es, dass inzwischen auch viele Wildtiere das Areal für sich entdeckt haben: Weinbergschnecken, Mooreidechsen, Laubfrösche, das große Heupferd und sogar die Nachtigall haben sich in den letzten Jahren dort angesiedelt. KvD

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