Geschichtserlebnisraum: Baustart für das mittelalterliche Kloster

Bei der Grundsteinlegung wurde zunächst die Zeitkapsel befüllt. (Christina Schröder)

Nach 15-jähriger Planung wurde während des Kulturwochenendes der Grundstein für das Refektorium gelegt.

„Wir können es selbst kaum glauben, es ist unbeschreiblich!“ Mit diesen Worten fasst Frank Thomas vom Geschichtserlebnisraum Roter Hahn die Gefühle zusammen, mit denen er und das übrige Team der Grundsteinlegung für die mittelalterliche Klosteranlage auf dem Gelände am Pommernring entgegengefiebert hat.

Von der Idee bis zur Umsetzung des ersten Bauabschnitts hat es gedauert. 15 Jahre des Hoffens und Bangens, der Konzeptentwicklung und der Anpassung. In dieser langen Zeit haben sie eifrig für ihr ehrgeiziges Projekt geworben und Unterstützer, Förderer und Stiftungen gesucht, die bereit waren in dieses Projekt zu investieren.

„Jetzt können wir endlich bauen und unserem Traum einer übergreifenden Kultur-, Sozial- und Bildungseinrichtung einen weiteren Meilenstein errichten“, schwärmt Thomas. Ein Kloster passt sehr gut in das Konzept des Geschichtserlebnisraums, waren doch früher die Klöster selbst Bildungseinrichtungen.

Das Zukunftskonzept Kloster 2026 hat die Sponsoren überzeugt. Als Hauptsponsor tritt die Possehl-Stiftung mit einem Großteil der Bausumme für den ersten Bauabschnitt auf. Auch die Sparkassenstiftung, die Bingo-Umweltlotterie und die Ida und Richard Kaselowsky-Stiftung aus Bielefeld sind mit im Boot.

Die Firma Schütt nutzt das Projekt als Lehrlingsbaustelle und auch die Handwerkerinnung als Lehrlingsprojekt für die Zimmerer oder Dachdecker. Die Glaserei Schulz aus Kücknitz wird die Glasfenster fertigen. „Wir verbauen hier eine halbe Million Euro nicht-öffentlicher Mittel“, so Thomas. Im ersten Bauabschnitt entstehen das Refektorium (Speisesaal) mit Dormitorium (Schlafsaal), eine mittelalterliche Küche und ein Sanitärbereich.

Der Geschichtserlebnisraum Roter Hahn ist bundesweit einmalig mit seinem Konzept, das viele Zielgruppen von Jung bis Alt auf das Gelände holt. Dort wird auch Inklusion gelebt. Der Geschichtserlebnisraum ist Kooperationspartner des Hansemuseums, „darauf sind wir besonders stolz“, sagt Thomas.

Als einzige soziale Einrichtung ist der Geschichtserlebnisraum international beim Dachverband Exart der archäologischen Freilichtmuseen vertreten. Knapp 200 außerschulische Bildungseinheiten gab es bislang – von Kita- bis hin zu Schulprogrammen. Außerdem wird dort auch mit dem Bau des Klosters die Baugeschichte Lübecks nachgelebt. HÖ

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