Apfelparadies im Kleingarten

Rote Äpfel leuchten: Sven-Udo Westphal und Kurt Ostermann vor einem prächtigen Topas-Apfelbaum. (Fotos: Mpa)

In der Kleingartenkolonie „Auf der Wasch“ gibt es nach der großen Hitze eine grandiose Apfelernte.

Rot und gelb leuchten sie schon von weitem. An manchen Bäumen hängen die Früchte noch schwer an den gekrümmten Zweigen. Die Apfelernte im Kleingartengelände „Auf der Wasch“ ist in vollem Gange. Mit der Schubkarre befördern Eckhard und Dagmar Springs ihre Äpfel zunächst zum Auto und, sobald der Kofferraum beladen ist, zur Gärtnerei Lindemann. Dort werden sie entsaftet, um frischen Bio-Apfelsaft wieder mit nach Hause zu nehmen. Wer trinkt denn so viel Apfelsaft? „Die Enkelkinder“, lautet die einhellige Antwort des Ehepaars, das in diesem Jahr so viele Äpfel an den Bäumen hat, wie schon lange nicht mehr.

Sven Udo Westphal erntet ebenfalls noch: Rote Topas-Äpfel leuchten in seinem Garten. Er ist Obmann in der Kleingartenkolonie und unterstützt den Vorsitzenden Peter Tietjen sowie Stellvertreter Kurt Ostermann bei Vereinsangelegenheiten. Hauptsächlich arbeitet er in seinem Garten auf zwei Parzellen, denn er schätzt es, viel an der frischen Luft zu sein, zu säen und zu ernten. Farbenprächtige Astern leuchten in seinen Beeten, dazwischen roter Mangold, ebenfalls ein absoluter Hingucker. Neben Erdbeeren, die bei ihm in diesen Tagen immer noch reifen, gab es in diesem Sommer einen besonders großen Ertrag an grünen Bohnen, Kartoffeln und „wenn man immer wieder rechtzeitig nachsäte, auch Radieschen“, so der Hobbygärtner.

Kurt Ostermann klagt ebenfalls nicht über die Hitze im vergangenen Sommer. Gemeinsam mit Ehefrau Erika Ostermann war er meist in den Vormittagsstunden und am späten Nachmittag bis in den langen Sommerabend hinein im Garten. Dort gibt es neben eifrigem Wässern der Pflanzen immer etwas zu tun. Und an so manchen Abenden saß man gemeinsam mit den Nachbarn beim Klönschnack und grillte. Auch gekocht wird bei Ostermanns im Garten: Was gibt es Schöneres, als Gemüse und Kartoffeln frisch zu ernten und vor Ort zuzubereiten? Leerstände gibt es im Kleingartenverein Bad Schwartau, zu dem neben der Kolonie „Auf der Wasch“ auch die Kolonien „Küsterholz“, „Hühnerfarm“ und „Moorwischpark“ gehören, seit langem nicht. Interessierte für eine Kleingartenparzelle können sich trotzdem an den Vereinsvorstand wenden, denn bei insgesamt 296 verpachteten Parzellen gibt es im Jahr durchschnittlich 40 bis 50 Pächterwechsel. Worin liegt das begründet? „Manche neuen Pächter realisieren nicht, dass auch Arbeit zu einer Kleingartenparzelle gehört“, lautet die Erfahrung Kurt Ostermanns. Sommer und Grillabende seien eine feine Sache, die Pflege des Gartens dürfe jedoch nicht zu kurz kommen.

„Bei unseren Rundgängen sehen wir leider immer wieder sehr vernachlässigte Gärten. Dann haben wir die unschöne Aufgabe, die Pächter auf ihre Pflichten hinzuweisen. Das macht uns keinen Spaß“, sagt Kurt Ostermann und Sven Udo Westphal nickt. Denn oft hat die Gemeinschaft das Nachsehen und muss nach einem Pächterwechsel die Gartenfläche nach Kräften wieder neu „beackern“, damit der nächste Gartenfreund gefunden wird. mpa

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