Ein Gymnasium für Stockelsdorf?

Die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport, Soziales, Schule und Kultur diskutierte am 17. September über einen Antrag des FDP-Fraktionsvorsitzenden Peter Hinzmann. Dieser hatte darin die Prüfung auf Einrichtung eines Gymnasiums in Stockelsdorf beantragt.

Zu Beginn der Sitzung hatte Birgit Kalläne als Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule Ravensbusch eine Liste mit rund 430 Unterschriften von Grundschul- und Kitaeltern an Bürgermeisterin Julia Samtleben übergeben. „Viele Eltern wünschen sich ein Gymnasium“, erklärte Birgit Kalläne. „Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um das Gymnasium am Mühlenberg ist das ein großes Anliegen der Eltern und die Situation für ein eigenes Gymnasium günstig.“

FDP-Antrag sorgt für rege Diskussionen

Dass sich die Stockelsdorfer Liberalen ein eigenes Gymnasium wünschen, ist kein Geheimnis und bereits einige Male angeschnitten, sagte Hinzmann in seiner Begründung des Antrags. „Wir möchten gern Zahlen, Daten und Fakten zum Ist-Zustand auf den Tisch bekommen und dann können wir uns darüber unterhalten“, so Hinzmann. Es ginge dabei auch um Transparenz.

Bau eines Gymnasiums kostet mindestens 40 Millionen Euro

Manfred Beckmann ergriff für die CDU-Fraktion das Wort und rechnete vor, dass der Bau eines Gymnasiums mindestens 40 Millionen Euro kosten wird. „Geld, das wir nicht haben, geschweige denn ein geeignetes Grundstück“, so der Bürgervorsteher, der auch Mitglied des Ausschusses ist. Auch die Folgekosten wie Abzahlung eines aufzunehmenden Kredits und Unterhalt übersteige die Möglichkeiten der Gemeinde. „Geld, das dann an anderer Stelle beispielsweise für Kitas oder Grundschulen fehlt.“

Für 470 Schüler zahlt die Gemeinde pro Jahr 608 000 Euro

Weitere Sorge vieler Ausschussmitglieder sei das Signal, das an die Umlandgemeinden gesendet würde: Stockelsdorf macht sein eigenes Ding. Wenn es allerdings nur um die Zahlen ginge, wieviele Schüler auswärtige Gymnasien besuchen und wie hoch die Kosten dafür sind, spräche nichts dagegen. Diese Zahlen konnte Hauptamtsleiter Axel Kerbstadt sofort liefern: Für 470 Schüler, die in Bad Schwartau oder Lübeck ein Gymnasium besuchen, zahlt die Gemeinde pro Jahr 608 000 Euro. Den umformulierten Antrag, die Verwaltung möge bis zur nächsten Sitzung die Zahlen vorlegen, zog Hinzmann daraufhin zurück. HÖ

 

Foto: Birgit Kalläne (rechts) vom Elternbeirat der Grundschule Ravensbusch übergab während der Bürgerfragestunde eine Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Julia Samtleben (Mitte). © HÖ

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