„Classical Beat“: Festival, das Grenzen sprengt

Das Musikfestival „Classical Beat“ vernetzt Klassik mit anderen Musikgenres und moderner Clubkultur – und schafft damit neue, ungewöhnliche Hörerlebnisse. Vom 17. bis 25. Mai 2019 geht das Event in der HanseBelt-Region ins dritte Jahr, das Programmgerüst steht bereits.

„Das Festival sieht sich insbesondere in der Herausforderung, ein junges Publikum für das Crossover von klassischer und elektronischer Musik zu begeistern“, betont Initiator Hans-Wilhelm Hagen von der Stiftung Neue Musik-Impulse. Zu den Konzerten 2018 kamen insgesamt rund 4000 Besucher. Große Beachtung fand das vom musikalischen Leiter Professor Bernd Ruf von der Musikhochschule Lübeck entwickelte Format der Rekompositionen klassischer Werke. Sein Ansatz: Um das traditionelle Musikerbe verstärkt jungen Menschen näherzubringen, sollte man „alte Werke neu denken – mit den Mitteln der heutigen Zeit, mit Beat, dem Puls unserer Tage“, so Ruf. Schwerpunktmäßig werde man sich 2019 weiter mit den Elementen beschäftigen. Nach dem Thema „Feuer“ geht es im nächsten Jahr ums „Wasser“. Ruf: „Wasser ist lebensstiftend, aber kann auch zerstörerisch sein. Diese Polarität ist für Komponisten faszinierend!“

Auch 2019 gibt es neue Hörerlebnisse in der HanseBelt-Region

Das Festival überwindet aber nicht nur musikalische Trennlinien, sondern setzt auch in anderer Hinsicht auf grenzüberschreitende Kooperation. Internationale Künstler arbeiten mit Musikstudenten aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Holland und dem Baltikum zusammen. Zu den Highlights 2019 zählen die Mitwirkung des aus Uruguay stammenden Ausnahmepianisten Luciano Supervielle und des norwegischen Jazzperkussionisten Terje Isungset, der seine Instrumente aus Eis baut. Darüber hinaus werden Schulen – von der Berufsschule bis zum Gymnasium – sowie Wirtschaftsbetriebe in den kreativen Prozess mit einbezogen, unter anderem beim Workshop „Digital Soundscapes“. Dafür können sich Schule noch bei der Stiftung bewerben.

Spannendes, ambitioniertes und unheimlich facettenreiches Projekt

Kein Wunder, dass auch die Industrie- und Handelskammer das Musikprojekt fördert. „Classical Beat wird die HanseBelt-Region attraktiver machen, gerade für junge Nachwuchskräfte in der Wirtschaft“, zeigt sich Dr. Arno Probst, Vizepräses der IHK zu Lübeck, überzeugt. Im Wettbewerb um Talente müsse sich die Wirtschaft einiges einfallen lassen, um Menschen zu halten und anzuwerben. Das Festival sei der Beleg dafür, „wie innovativ wir hier im Norden sind“. Insgesamt sind über ein Dutzend Konzerte in Scharbeutz, Eutin, Fehmarn, Lübeck und Hamburg geplant. Der Ticketvorverkauf für alle Veranstaltungen startet Mitte November. »Weitere Infos gibt es online unter www.classicalbeat.de. vg

 

Foto: Der musikalische Leiter Professor Bernd Ruf stellt das vorläufige Programmheft für das Festival 2019 vor. © Graap

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