Ausstellung zum Stadtjubiläum: „Lübeck erzählt uns was“

Ausstellung zum Stadtjubiläum:  Mit „Lübeck erzählt uns was“ laden die Museen zur großen Sonderschau an zwei Standorten ein.

Vom Reichsfreibrief bis zur Heringsfiletiermaschine, von der Schreibmaschine Willy Brandts bis zur Klingel einer Flüchtlingswohnung, von einem sechssprachigen Hinweisschild aus dem Hochofenwerk Herrenwyk bis zu Erich Mühsams letztem Brief aus dem Konzentrationslager Oranienburg: Mit 100 einzigartigen Objekten wird in der Ausstellung zum Stadtjubiläum Lübecker Geschichte erzählt.

100 einzigartige Objekte veranschaulichen verschiedene Jahrhunderte

Dabei lag die Auswahl der einzelnen Exponate für „Lübeck erzählt uns was“ bei den beteiligten Häusern: Neben den Ausstellungsorten sind das Archiv der Stadt Lübeck, die Stadtbibiliothek, der Bereich Archäologie und Denkmalpflege beteiligt, um die Stadtgeschichte über die verschiedenen Jahrhunderte lebhaft und anschaulich zu präsentieren. Dabei handelt es sich um einen „Meilenstein in der Darstellung, um den Sinn von Kultur zu vermitteln“, sagt Kultursenatorin Kathrin Weiher. Drei Jahre lang wurde an der Präsentation gearbeitet, in der jedes Exponat für sich steht und Lübecker Geschichte erzählt – ohne lange und oft ermüdende Bleiwüsten. „Die Idee der Präsentation stammt aus England“, erzählt Hans Wißkirchen, Leiter der Kulturstiftung der Hansestadt. Sämtliche Kultureinrichtungen der Stadt sowie Lübecker Unternehmen von Dräger, Erasco, Baader und Niederegger bis zur Schiffergesellschaft trugen mit ihren Exponaten zum Erfolg der Ausstellung bei.

Eindrucksvolles Bild der Lübecker Stadtgeschichte

Es ist die große besondere Ausstellung zum Stadtjubiläum, auch wenn es in diesem Jahr bereits viele und hochkarätige Veranstaltungen rund um 875 Jahre Lübeck gab: Neben beiden Kuratoren im Museumsquartier St. Annen und im Hansemuseum waren es viele tatkräftige Mitarbeiter, die bis spät in die Nacht hinein die Fäden zogen und anpackten, bis alles bis ins kleinste Detail zur Eröffnung vorbereitet war. Wie Teile eines Puzzles ist so ein eindrucksvolles Bild der Stadtgeschichte entstanden.

Anekdoten aus dem Leben Lübecks

„Die Exponate erzählen zeitübergreifend spannende, teils auch wundersame Anekdoten aus dem Leben Lübecks“, so Dr. Jörg Rosenfeld, Kurator des Ausstellungsprojektes. „Es sind Objekte, die Lübeck geprägt haben und deren Geschichten den gesamten Zeitraum von 875 Jahren umfassen“, erläutert er. Vom Foyer der Kunsthalle über die einzelnen Etagen des Hauses bis ins angeschlossene Remter des St.-Annen-Museums ist vieles zu entdecken und zu erleben: So zeugt ein Nachttopf mit dem Bildnis Napoleons von sieben Jahren unter französischer Besatzung von 1806 bis 1813. Die Schreibmaschine von Willy Brandt erzählt von Flugblättern, die der spätere Bundeskanzler gegen das Naziregime verfasste. Die Heringsfiletiermaschine gibt Zeugnis von der Bedeutsamkeit der Lübecker Fischindustrie mit Verweis, das in Lübeck 1845 die erste Konservenfabrik in Deutschland entstand. In einer „Zeitkapsel“ erfährt der Besucher abschließend, wie Lübeck sich in den kommenden 875 Jahren verändern könnte. Das Hansemuseum verfügt mit dem angeschlossenen Burgkloster über das größte und begehbare Exponat dieser Ausstellung und stellt damit das Thema der Dänenzeit (1201-1225) dar. mpa

 

Foto: Thema Flucht: Anschaulich sind die verschiedenen Exponate für den Besucher präsentiert. © mpa

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