In Eutin geben sich Micky Maus, Donald Duck und Co. die Ehre

Die Sonderausstellung „Besuch aus Entenhausen“ im Eutiner Ostholstein-Museum widmet sich Floyd Gottfredson, Al Taliaferro und Carl Barks, die Micky Maus, Donald Duck und Co. geschaffen haben.

Sie sind nie berühmt geworden, obwohl sie als die eigentlichen Väter vieler Disney-Figuren gelten: Hinter der Marke „Walt Disney“ mussten Zeichner wie Floyd Gottfredson, Al Taliaferro und Carl Barks zurücktreten. „Die Anerkennung ihrer Leistung ist ein bisschen unter die Räder gekommen“, sagt Ina Brockmann, Kuratorin der Sonderausstellung „Besuch aus Entenhausen“ im Eutiner Ostholstein-Museum. Die Präsentation rückt den Beitrag des Trios am Comic-Kosmos rund um Micky Maus, Donald Duck und Co. ins rechte Licht.

Einblick in den Entstehungsprozess der Comics

Disney war Marketingprofi. Seine Leinwandhelden sollten sich durch Comic-Strips in Zeitungen nochmal so gut verkaufen. Doch erst die Comics und ihre Zeichner und Autoren brachten wirklich Tiefe und Charakter in die Figuren und die kunterbunte Welt, in der sie leben. „Mit ihrer Arbeit haben sie die Basis für den enormen Erfolg geschaffen“, betont Ina Brockmann. Die Sammlung mit Vorzeichnungen, Original-Bleistift- und Tuschebildern, Druckvorlagen und historischen Zeitungen, die Brockmann zusammen mit ihrem Kollegen Peter Reichelt zusammengetragen hat und seit 24 Jahren in Deutschland und Europa zeigt, bietet einen spannenden Einblick in den Entstehungsprozess der Comics und in die Entwicklung der Figuren. „An historische Original-Dokumente heranzukommen, ist gar nicht so einfach. Denn seine Archive hat Disney vernichtet. Die Mitarbeiter haben manches gerettet, obwohl es ihnen eigentlich verboten war, Zeichnungen mit nach Hause zu nehmen“, weiß Ina Brockmann, die Carl Barks noch persönlich kennengelernt hat.

Aktuelle Zeichnungen von Jan Gulbransson und Ulrich Schröder

Floyd Gottfredson, Al Taliaferro und Carl Barks kommt der Verdienst zu, Figuren erschaffen zu haben, die auch in ihrem Erscheinungsbild zeitlos geblieben sind. Ihr Werk kann heute von anderen talentierten Zeichnern fortgeführt werden. Ein Erbe, das zum Beispiel die beiden Deutschen Jan Gulbransson und Ulrich Schröder angetreten haben. Sie gehören zu den Zeichnern, die die Disney-Comics heute weiterentwickeln. Auch aktuelle Zeichnungen von ihnen sind in Eutin zu sehen. Sie sind wie ihre großen Vorgänger Autodidakten, die ihr Können keinem Studium, sondern ihrem Talent und ihrer Kreativität verdanken. Die Ausstellung läuft bis zum 11. November. Infos zum Begleitprogramm mit Führungen und Workshops gibt es online unter www.oh-museum.de. vg

 

Foto: Kuratorin Ina Brockmann aus Hamburg zeigt die immer wieder aktualisierte Comic-Ausstellung seit 24 Jahren im In- und Ausland. © Graap

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