In 365 Tagen um die Welt

Afrika, Indien, Australien, Amerika, Europa: André Tams aus Bad Schwartau ist von seiner Weltreise zurück.

Seit einer Woche ist André Tams zurück von seiner Reise und erinnert sich an den Tag, an er startete: „Nervös war ich eigentlich erst zwei Tage vor der Abreise, vorher war da eigentlich nur Vorfreude.“ Mit dem Bus ging es nach Kopenhagen, da konnte er kaum stillsitzen. Nach dem etwa fünfzehnstündigen Flug nach Johannesburg/Südafrika wurde er dort von seinen Couch Surfing Hosts am Flughafen in Empfang genommen. Am nächsten Tag ging es mit Zug und Bus weiter zur Vervet Monkey Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die sich um die Rehabilitierung von bedrohten Affen kümmert. Dort hat er einen Monat Freiwilligenarbeit geleistet und sich um die Pflege und Fütterung der Tiere gekümmert.

Freiwilligenarbeit zum Schutz bedrohter Affen

Vier Wochen hat er in einer Holzhütte ohne Strom und Wasser gelebt. „Die Dusche war eher ein Gartenschlauch, aber immerhin gab es warmes Wasser“, erinnert er sich. Im Haupthaus gab es jedoch Strom und sogar WLAN. „Die Arbeit mit den Affen war sehr anstrengend, aber es hat Spaß gemacht, am meisten bei den Babyaffen, die wir beobachtet und deren Entwicklung notiert haben. Anfangs waren sie sehr scheu, irgendwann sind sie aber nähergekommen und haben mich im wahrsten Sinne des Wortes beschnuppert“, erzählt er.

Mit Minibussen entlang der afrikanischen Küste

Nach seinem Einsatz ist er mit Minibussen an der Küste Richtung Kapstadt gereist. „Diese sind günstiger als die großen Busse, aber man muss sich etwas durchfragen, um in die kleineren Orte zu gelangen. Selbst einheimische Weiße fahren nicht mit den Minibussen, daher wurde ich ein bißchen komisch angeguckt und oft angesprochen, aber immer freundlich und interessiert.“

Cage Shark Diving und Bungee Jumping in Afrika

Viel erlebt hat er in seinen drei Monaten in Afrika, hat Cage Shark Diving mitgemacht und ist von der höchsten Bungee Brücke der Welt 216 Meter in die Tiefe gesprungen. Ein weiterer Höhepunkt war natürlich der Krüger Nationalpark und eine dreiwöchige Tour zu den Victoria Falls.

Weihnachten am Strand in Indien

Nächster Stop war Indien, hier hatte er nur eine Woche Aufenthalt. „Indien habe ich als sehr stressig empfunden“, sagt André. In Malaysien hat er jemanden aus Hannover getroffen, mit dem er durch das Land gereist ist. Auf Langkawi hat er Weihnachten am Strand verbracht. Um ein bißchen Weihnachtsfeeling aufkommen zu lassen hat er Kekse gebacken und mit seinen Eltern einen Videochat gestartet.

Malaysische Post versendet keine elektronische Geräte

Das erste Malheur passierte auf dem Weg zum Flughafen. Während einer zehnstündigen Busreise hat er seinen Koffer verloren und mußte ohne diesen nach Australien fliegen. Der Koffer wurde gefunden und von Bekannten in Malaysien nachgesendet, kam aber nie an, da man keine elektronischen Geräte mit der malaysischen Post versenden darf.

Silvester am Opera House in Sydney

Nachdem er Silvester am berühmten Opera House in Sydney verbracht hat, ist er nur mit einer minimalen Grundausstattung zweieinhalb Monate durch Neuseeland gereist. Anschließend ist er nach Malaysien zurückgeflogen um seine Sachen abzuholen.

Ärger mit der Kreditkarte

Das zweite Malheur passierte unbemerkt in Indien. Hier wurde seine Kreditkarte dupliziert, zum Glück hatte er eine zweite dabei. Die neue Karte, die seine Eltern ihm nachsendeten, ging nämlich in der australischen Post verloren.

Nachtwanderung auf hawaiianischen Vulkaninsel

In Hawaii hat er seinen Geburtstag verbracht und sich einen Fallschirmsprung geschenkt. Hier hat er auch eine Nachtwanderung auf einer Vulkaninsel mitgemacht, um Lava zu sehen. Zwei Stunden nachdem diese beendet war, gab es ein Erdbeben auf der Insel, dem er knapp entronnen ist. Einen Tag nachdem er von Hawaii abgeflogen war, ist der Vulkan ausgebrochen.

André Tams möchte ein Buch über seine Reise schreiben

Weiter ging die Reise nach LA, wo er sich am wohlsten gefühlt hat. In Amerika saß er beim The Voice Finale im Publikum. Nach einem kurzen Überraschungsstopp in Deutschland wo er zum Abiball eingeladen war, ging die Reise weiter nach Russland, Finnland und Estland und fand dann genau 365 Tage später ihr Ende. „Ich habe auf der ganzen Reise nie so viele Mücken gesehen wie in Deutschland“, lacht André. Wie sehen seine Zukunftspläne aus? „Ich möchte ein Buch über die Reise schreiben und auch Reisevorträge halten. Im kommenden Jahr plane ich ein duales Studium im Medienbereich zu beginnen“, erzählt er. In Deutschland ist es noch etwas ungewohnt für ihn, er muss noch seinen Rhythmus finden. „Ich bereue nichts, es war eine tolle Erfahrung und ich kann es nur jedem empfehlen. Am besten einfach losfahren ohne zu viel zu planen.“ HOL

Foto: André Tams auf der höchsten Düne in Namibia. © PRIVAT
Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.