Frust über Vandalismus und Freude über „Umweltfee“ am Kleinen See

Rund um den Kleinen Eutiner See ist die Gemütslage vieler Anwohner zurzeit recht verschieden. Die einen freuen sich über Menschen, die uneigennützig Müll sammeln, die anderen ärgern sich über junge Leute, die jede Menge Unrat hinterlassen.

So hat jetzt Elsa Weidler aus der Elisabethstraße einen offenen Brief an den Eutiner Bürgermeister verfasst: „Am Kleinen Eutiner See ist die Nachtruhe gerade an den Wochenenden sehr oft, heftig und anhaltend gestört – und das dürfte nicht neu für Sie sein, da die Polizei immer wieder zu Einsätzen wegen Ruhestörung gerufen wurde“, beschwert sich die Anliegerin. Sie hat auch gleich Beweisfotos beigelegt.

Betrunkene Jugendliche auf dem Schulhof an der Lübschen Koppe

Jede Menge Müll und mehr als 50, teils zerbrochene Flaschen wurde in der Nacht auf den 12. August von gröhlenden und Alkohol konsumierenden Jugendlichen auf dem Schulhof an der Lübschen Koppel hinterlassen. „Ich bitte Sie, geeignete Maßnahmen für Ruhe und gegen Lärmbelästigung, Müll und Vandalismus zu ergreifen. Das gleiche Problem gibt es im Seepark, am Schulhof der Wilhelm-Wisser-Schule und an vielen anderen Orten in der Stadt“, wendet sich Elsa Weidler an den Verwaltungschef.

„Umweltfee“ birgt Müll aus Ufergebüsch und Wasser

Ein anderes Phänomen sorgt für dankbare Anwohner, denn am Kleinen Eutiner See gibt es eine geheimnisvolle „Umweltfee“: Schon seit dem Frühjahr und dann den ganzen Sommer hindurch sehen Spaziergänger ab und an an mehreren Stellen rund um den See ungewöhnliche Müllhaufen mit Reifen, Flaschen, Kanistern, Plastikverpackungen oder verrosteten Gegenständen, die dann ein paar Tage später von der Stadtreinigung mitgenommen werden, wenn die Entleerung der Müllbehälter ansteht. „Man sieht den Sachen an, dass sie schon lange im Wasser gelegen haben. Die geheimnisvollen Helfer müssen also ins Ufergebüsch, in den Matsch und ins Wasser steigen, um die Sachen zu bergen“, stellt Monika Obieray fest.

Gedankenloses Benehmen und vorbildliches Handeln liegen nahe beieinander

Niemand weiß, wer sich da so sozial und ehrenamtlich engagiert. „Deshalb soll derjenigen Person oder denjenigen Personen einmal sehr herzlich für diese zeitintensive und für die Allgemeinheit extrem hilfreiche Arbeit gedankt werden. Es muss eigentlich bei allen von uns Nachdenken auslösen, dass der Müll selbst nach Wochen des Sammelns nicht weniger wird“, so Monika Obieray. Es ist schon erstaunlich, wie nahe manchmal Beispiele für gedankenloses Benehmen und vorbildliches Handeln beieinander liegen. vg

 

Foto: Der Schulhof an der Lübschen Koppel bietet nach dem Trinkgelage von Jugendlichen am Wochenende ein verheerendes Bild. © Hfr/privat

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.