Messerattacke im Linienbus: Der Weiße Ring ehrt mutige Helfer

Für ihr couragiertes Verhalten während der Messerattacke in einem Linienbus erhielten vier Männer Urkunden und viel Lob: „Sie haben vorbildlich gehandelt.“

Der Besonnenheit von Busfahrer Peter Spoth war es zu verdanken, dass bei der Messerattacke eines Einzeltäters am 20. Juli größerer Schaden verhindert wurde. Daneben drei Helfer, die beherzt eingriffen, um ebenfalls Fahrgäste zu schützen und ins Freie zu geleiten: Für Michael Emmig, Cihan Alkan und Bodo Zündorf sind die dramatischen Erlebnisse der Busfahrt in Kücknitz ebenso präsent wie für Peter Spoth.

Weißer Ring Lübeck setzt sich für Zivilcourage ein

Gemeinsam wurden die vier Männer, die in vorbildlicher Weise und unter Zurückstellung ihrer eigenen Sicherheit eingriffen und halfen, vom Weißen Ring Lübeck mit einer Urkunde ausgezeichnet. „Die Gesellschaft ist auf Menschen wie Sie angewiesen“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende der Organisation, Jörg Ziercke. Ihnen gebührt hohe Anerkennung dafür, dass Sie helfen wollten, damit nicht mehr zusätzliche Opfer betroffen wurden.“

Unterstütztung für Opfer von Verbrechen und Gewalttaten

Der Weiße Ring ist als größte gesellschaftliche Bewegung bundesweit organisiert, finanziert sich ausschließlich über Spendengelder und unterstützt Opfer von Verbrechen und Gewalttaten. „Sie heute zu ehren ist neben dem Opferschutz eine der Kernaufgaben des Weißen Rings“, so Ziercke weiter.

Messerattacke im Linienbus: Busfahrer noch nicht wieder im Einsatz

Die Ehrung der Helfer war für die neugewählte Landesvorsitzende des Weißen Rings, Manuela Söller-Winkler, Staatssekretärin a. D, die erste Handlung im neuen Amt: „Trotz dieser scheußlichen Tat ist es etwas sehr Schönes, das couragierte Handeln des Busfahrers und der drei Helfer zu ehren“, so die Landesvorsitzende. „Sie haben verhindert, dass noch mehr passiert. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich weiß nicht, wie ich selbst reagiert hätte, und hoffe, dass es mir gelingt, das Richtige zu tun“, so Söller-Winkler weiter. Neben Urkunden für die vier couragierten Männer erhielt Anne Spoth, Ehefrau des Busfahrers, einen bunten Blumenstrauß. „Sie ist meine Heldin“, sagt Peter Spoth, der noch nicht wieder im Einsatz ist. Zeit müsse erst einmal vergehen, um die Erlebnisse zu verarbeiten.

Rückhalt und Hilfestellungen für Stadtverkehr-Mitarbeiter

„Wir stehen mit Herrn Spoth im engen Kontakt“, so der Direktor des Stadtverkehrs, Andreas Ortz. Wichtig sei es nach einem solchen Geschehen, den betroffenen Mitarbeitern Rückhalt und Hilfestellungen zu geben. Einmal im Jahr nehmen die Busfahrer an Deeskalationstrainings teil. „Es kommt jedoch immer auf die Situation an, wie jeder es anwendet. Herr Spoth hat absolut besonnen reagiert“, lobt auch Ziercke die couragierte Handlungsweise seines Mitarbeiters.

Polizisten der Außenstelle Lübeck kümmerten sich um die Opfer

Als Koordinator für Großereignisse in Schleswig-Holstein war Holger Dabelstein, Polizeibeamter im Ruhestand und Leiter der Außenstelle Ostholstein, vor Ort in Kücknitz. Daneben sorgte das Team der Außenstelle Lübeck für Hilfestellung und Begleitung der Opfer. Auch dort gibt es eine neue Vorsitzende: Nach Beschuldigungen von Opfern und strafrechtlichen Ermittlungen wegen sexueller Nötigung gegen den ehemaligen Leiter der Außenstelle Lübeck hat die Rechtsanwältin Heike Schulz den Vorsitz übernommen. mpa

 

Foto: Ehrung für großen Mut und Zivilcourage: Peter Spoth mit Ehefrau Anne, Michael Emmig, die Landesvorsitzende des Weißen Rings, Manuela Söller-Winkler, Cihan Alkan, Bodo Zündorf und Jörg Ziercke (v. l.). © Mpa

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