Wie im Herbst: Linden werfen die Blätter ab

Die andauernde Trockenheit macht den Pflanzen zu schaffen. Die Wasserwerke in Bad Schwartau erlauben das Gießen, da genügend Grundwasser vorhanden ist.

Experten sind sich dieser Tage sicher, dass die Trockenheit, die von Mai bis August in unserer Region nur von wenigen unerheblichen Regenfällen unterbrochen wurde, bis in den Oktober hinein reichen kann. Da ist die Frage, ob trocken stehende Bäume und Sträucher von Anliegern gegossen werden sollen, nicht weit hergeholt. „Ich würde nicht gezielt dazu aufrufen, einzelne Bäume zu gießen“, sagt Carolin Welchert vom Grünamt der Stadt Bad Schwartau. Das sei bei großen und tief wurzelnden Bäumen eher nicht notwendig und obendrein sinnlos, da es keine Beeteeinfassungen gibt, die das Wasser am Baumstamm einsickern lassen. Vielmehr laufe es auf dem trockenen und harten Boden einfach in nächst gelegene Siele. „Trotzdem kann es nicht schaden, wenn Anlieger nicht ganz so große Bäume und trocken stehende Sträucher ab und an gießen“, so Welchert. Dazu könne bestenfalls auch Brauchwasser verwendet werden, wie zum Beispiel Wasser aus Planschbecken, Pools oder Spülwasser ohne Seifenlauge.

Bad Schwartau hat ausreichend Trinkwasser

Uwe Sternberg vom Städtischen Wasserwerk Bad Schwartau sieht auch das Gießen von Bäumen mit Trinkwasser gelassen: Erst wenn „ein bis zwei Jahre kein Regen fällt“, würde er sich Sorgen um das kostbare Gut Trinkwasser machen. „Auch wenn das Grundwasser in den vergangenen Monaten ein bisschen abgesunken ist, haben wir in Bad Schwartau ausreichend Trinkwasser“, versichert er. Der große Grundwasserleiter, eine Hauptader, die von Hemmelsdorf Richtung Hamburg fließt, sorge trotz anhaltender Hitze und Trockenheit für ausreichend Trinkwasser. Dieses fließt aus den 80 und 40 Meter tiefen Brunnen der beiden Wasserwerke am Riesebusch und an der Autobahn A1 in ein gemeinsames Rohrnetz, das die gesamte Stadt verlässlich mit frischem Trinkwasser beliefert.

Trinkwasserversorgung erlaubt Gießen von Bäumen und Sträuchern

„Wasserwerke mit Flachbrunnen können vielleicht Probleme bekommen, aber in Bad Schwartau sind wir gut sehr aufgestellt“, so der Profi rund um die Trinkwasserversorgung. Daher könnte es auch nicht schaden, wenn Bäume und Sträucher, die sichtbar unter Trockenheit leiden, mal ein oder zwei Eimer Wasser abbekommen, meint er.

Mitarbeiter des Bauhofes sind mit dem Wässern von Bäumen beschäftigt

Die Mitarbeiter des Bauhofes sind derzeit täglich im Einsatz, um Baumanpflanzungen bis zum dritten Jahr regelmäßig zu wässern. Daneben sind auch Gartenfirmen unterwegs, die „jetzt Beete Beete sein lassen und nicht zu Pflegearbeiten kommen, weil sie nur mit dem Wässern von Bäumen beschäftigt sind“, weiß Carolin Welchert. Oft verwenden sie doppelwandige Wassersäcke, die an den unteren Baumstamm gebunden ein langsames Einsickern des tropfenden Wassers gewährleisten. Alle Bäume der Stadt zu wässern, ist für die Mitarbeiter des Bauamts aus Personalmangel nicht möglich. Auch an hierfür geeignete Fahrzeuge mangelt es. „Wenn jeder sich vor der Haustür ein bisschen kümmert, ist das schon eine große Hilfe und für die Allgemeinheit gut tragbar“, so Carolin Welchert.

 Bäume reduzieren Blattmasse, um Trockenheit zu überstehen

Zu beobachten war in den vergangenen Tagen, dass die Linden in der Hamburger und in der Berliner Straße sich selbst behelfen, indem sie vorzeitig Blätter abwerfen. „Das ist eine gesunde Reaktion und ein Selbstschutz der Bäume. Sie reduzieren die Blattmasse, um Trockenheit zu überstehen.“ Für frühzeitig anfallendes Laub können Plastiksäcke des Zweckverbandes verwendet werden. mpa

 

Blätter fallen wie im Herbst: Linden behelfen sich bei lang anhaltendem Wassermangel durch vorzeitigen Blätterabwurf. © Peter Poppe
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