Wir sind die neuen Leute vom Bau!

28 Gesellen freigesprochen – 56 Azubis eingeschrieben.

Sie können rosigen Zukunftsaussichten entgegensehen, das Handwerk hat wieder goldenen Boden: Aber jetzt wurden die 28 neuen Leute vom Bau und die 56 neuen Azubis erstmal gebührend gefeiert. Von der Innung des Baugewerbes gab es Kaffee, Kuchen und die begehrte Freisprechung von den Rechten und Pflichten des Ausbildungsvertrages.

In der überbetrieblichen Ausbildungsstelle im Ausbildungspark Blankensee begrüßte Carsten Groth, Obermeister der Lübecker Bauinnung, etwa 260 Gäste, darunter Freunde und Familien, Ausbilder, Lehrer, Vertreter der Betriebe und natürlich die Freizusprechenden sowie die neuen Azubis. Acht Ausbau- und Hochbaufacharbeiter wurden für ihren Abschluss gefeiert. Ein Jahr lang machen sie fleißig mit der Ausbildung weiter, um auch die begehrten Gesellenbriefe zu erhalten. Zwölf Maurer, elf Zimmerer und fünf Fliesenleger haben es geschafft. „Bei nur einem Durchfaller ein außerordentlich guter Jahrgang“, so Groth. „56 neue Azubis, so viele hatten wir wie noch nie“, sagte der Obermeister, der unter anderem allen Ehrenamtlern, die die Abschlussprüfung erst ermöglichten, dankte. Seine muntere Rede eröffnete Groth mit den Worten „mit Gunst und Verlaub“ und drei traditionellen Hammerschlägen. Groth beglückwünschte die neuen Gesellen und natürlich jene Menschen, die jetzt die Ausbildung in den Bauberufen beginnen.

Gute Handwerker seien „nach wie vor rar“, Bauherren müssten zwangsläufig auch mit Wartezeiten rechnen, so Groth. In seiner Festrede wagte der Lübecker Baustoff-Unternehmer Hartmut Richter einen kleinen Exkurs in die Historie der Bauwirtschaft. Sprach aus Zeiten, wo der Lohn noch in Papiertüten ausgegeben und die sogenannten Lohntütenbälle gefeiert wurden. Aber Hartmut Richter ging auch ins Fachliche, berichtete von den ersten Holzlieferungen per Schiff und Lkw aus Skandinavien. Und mit einem humorvollen Auftritt heimste Andreas Schauer alias „Maurer Marten“ großen Applaus ein.

Er war der Überraschungsgast der Freisprechungsfeier.

Als Prüfungsbeste gingen der Maurer Jakob Schneider (Denker & Carstensen), der Zimmerer Timo Büchner (Zimmerei Matthias Wulf) und der Fliesenleger Marco Venzmer (Lars Raath) hervor. Sie wurden mit Gutschein, Präsent und Urkunde geehrt.

Johannes Körner hat bei der Lübecker Zimmerei Stahmer gelernt. Jetzt ist der 22-Jährige ein Zimmermann. „Der Werkstoff Holz ist für mich einfach faszinierend“, sagt der junge Geselle. Verrotte altes Holz im Wald, werde daraus Erde, aus der vielleicht wieder ein Baum wachse. „Außerdem mag ich die Arbeit in der Höhe und an der frischen Luft“, sagt Körner. Dem Zimmerer gefalle auch die Arbeitskluft. „So etwas Schönes haben nur die wenigsten Berufe“, sagt der Geselle, der sich bei der traditionellen Kopfbedeckung übrigens für einen Zylinder entschieden hat.

Die Zukunft des Handwerkers klingt verheißungsvoll: „Erstmal ein paar Monate hier arbeiten, und dann geht es ein Jahr ins Ausland – nach Südostasien und danach nach Australien.“ In Thailand werde Körner als Zimmerer arbeiten, also geht er nicht auf die traditionelle Walz. Noch habe Körner keine familiären Verpflichtungen, noch könne er so ein Abenteuer wagen. Yu Han, die einzige Frau unter den Freigesprochenen, ist jetzt eine Maurerin. Der Beruf mache der gebürtigen Chinesin „großen Spaß.“ Mit der praktischen Berufsausbildung bei der Firma Schütt habe sich die 24-Jährige ein solides Fundament für ihr späteres Bauingenieur-Studium geschaffen. Die Ausbildung konnte sie sogar um ein Jahr verkürzen. jac

 

Foto: Daumen und Hüte hoch: Gestatten, wir sind die Leute vom Bau. © Jac

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