Lübecker Stadtoase mit Beeren und Kräutern

Das Haus der Kulturen und die Initiative Essbare Stadt Lübeck weihen „Naschgarten“ als weiteren kreativen Freiraum ein.

Einige Himbeeren, Stachelbeeren und Erbsen sind reif und lassen sich bereits ernten. Das lassen sich die Kinder, die mit ihren Eltern zur Einweihung des Naschgartens im Baobab-Park in der Dr. Julius-Leber-Straße/ Ecke Kanalstraße gekommen sind, nicht zweimal sagen. Dort ist im Frühjahr auf öffentlicher Fläche an der kleinen Stadtmauer beim Johanneum im Rahmen der Initiative Essbare Stadt Lübeck und auf Initiative vom Haus der Kulturen in Kooperation mit der Stadt Lübeck ein kleiner Garten mit Anpflanzungen von Beerensträuchern und Gewürzkräutern entstanden.

Freiwillige Helfer der Gärtnergruppe des Projektes „Naschgarten“

„Wir wechseln uns mit dem regelmäßigen Gießen ab“, erzählt eine Anwohnerin. Heike Baumann gehört zur freiwilligen Gärtnergruppe des Projektes und sorgt wie alle Beteiligten gerade bei heißen Temperaturen für einen zuverlässigen Gießbetrieb. Durch Spendengelder einer kleinen Stiftung und dem körperlichen Einsatz der Ehrenamtler konnte der mit Blei belastete Boden vor der Anpflanzung komplett ausgetauscht werden. Seit Mai dieses Jahres wachen die Beerensträucher und Kräuterpflanzen und sind schon gut gediehen. Auch Annette Stebbe hat sich kreativ eingebracht: Bunte Mosaiksteinfliese, die die Anwohnerin selbst fertigte, liegen nun oft bewundert von Kindern und Erwachsenen als Trittsteine zwischen den Beeten.

Lübecker „Naschgarten“ soll als interkultureller Treffpunkt dienen

Der neue Naschgarten soll als Ort zum Lernen und als interkultureller Treffpunkt gelten: Kinder wie Erwachsene lernen verschiedene Kräuter, Obst und essbare Blüten kennen und tauschen sich mit Menschen verschiedener Kulturen aus. Durch einen Patenschaftsvertrag mit der Stadt werden Interessierte zusammengeführt, die gemeinsam in der Natur Erfahrungen sammeln. „Wie schon in den Interkulturellen Bielefeldt-Gärten im Stadtteil Buntekuh und beim Interkulturellen Kräutergarten am Dom kommen Menschen zusammen, die sich beim gemeinsamen Gärtnern kennen lernen“, sagt Ilhan Isözen, Leiter des Hauses der Kulturen. „Unser neues Projekt soll diesem Vorbild folgen und einen Teil zur Völkerverständigung und zur biologischen Vielfalt Lübecks beitragen.“ Insbesondere Kinder unterschiedlicher Nationen erhalten Gelegenheit, mitzumachen und Freude in der Natur zu erleben. Und einen wesentlichen weiteren Faktor hebt Ingrid Bauer vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz der Stadt Lübeck hervor: „Über die eigene Erfahrung können wir lernen, mehr Verständnis für den Wert des biologischen Landschaftsbaus und die Preise des Ertrages zu entwickeln.“ Als Organisatorin und Koordinatorin der Initiative Essbare Stadt Lübeck ist sie die Ansprechpartnerin für weitere Projektideen.

Wie kann man sich am „Naschgarten“ beteiligen?

Interessierte, die sich ebenfalls am Naschgarten beteiligen möchten, wenden sich an das Haus der Kulturen, Telefon 0451/ 75532, E-Mail: ikb@hausderkulturen.eu. Die Essbare Stadt Lübeck ist eine Plattform für Projekte, in denen grüne Stadtoasen geschaffen werden zum Erleben in der Natur und im Miteinander. Weitere Informationen unter Telefon 0451/ 1227717 mpa

Foto: Regelmäßig Wasser für die jungen Pflanzen: Besonders Kinder sind begeistert von den Erfahrungen in und mit der Natur. © mpa
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