Beamte des 2. Polizeireviers Lübeck beteiligen sich an Bodycam-Projekt

17-jähriger schlägt Polizisten Lübeck

Die Landespolizei Schleswig-Holstein testet seit kurzem für ein Jahr den Einsatz von Körperkameras, so genannten Bodycams, im Rahmen eines Pilotprojektes.

Vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Gewaltniveaus gegenüber Polizeivollzugsbeamten erfolgte in den vergangenen zwei Jahren bereits eine Verbesserung der persönlichen Ausstattung der Polizisten im Land. Darüber hinaus wird nun im Rahmen eines Pilotprojektes erprobt, ob und wie durch den Einsatz der Körperkameras insbesondere die Anzahl der Übergriffe auf Polizeibeamte gesenkt werden kann.

Mobile Videoüberwachung als Beweissicherung

Es soll laut Polizeisprecher Stefan Muhtz auch geprüft werden, inwieweit die mobile Videoüberwachung als Mittel der visuellen Beweissicherung geeignet ist, um einerseits Beteiligte einer polizeilichen Maßnahme vor ungerechtfertigten Eingriffsmaßnahmen, aber auch vor ungerechtfertigter Strafverfolgung zu schützen und anderseits gegebenenfalls die Aufklärung von Straftaten deutlich zu erleichtern.

Bodycams als präventivpolizeiliche Maßnahme

Das 2. Polizeirevier Lübeck ist eine von drei Dienststellen der Landespolizei, bei denen die Bodycams im Rahmen der täglichen Einsatzwahrnehmung als präventivpolizeiliche Maßnahme Anwendung finden – unter anderem bei Kontrollsituationen, bei denen aufgrund der Gesamtumstände mit einer Gefährdung für die Polizeikräfte oder unbeteiligte Dritte zu rechnen ist, wird die Kamera eingesetzt.

Strafverfolgung bei Gewalttaten

„Als Verantwortlicher für die Sicherheit und Gesundheit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehe ich den Einsatz einer Bodycam positiv“, so der Leitende Polizeidirektor Norbert Trabs. „Ich erhoffe mir davon Abschreckungseffekte sowie verbesserte Möglichkeiten zur Strafverfolgung bei Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte.“

Gewalt gegen Polizeibeamte in Lübeck

Die Anzahl der Vorfälle, in denen Polizeibeamte Opfer von Gewalt werden, sei in Lübeck seit Jahren konstant hoch. „Alleine 2017 wurden 103 Kolleginnen und Kollegen bei der Ausübung ihres Dienstes verletzt“, so Trabs. „Die Verhinderung dieser Taten ist eines meiner vordringlichen Ziele. In diesem Zusammenhang möchte ich wissen, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, diese Situation zu verbessern. Daher wurde eine wissenschaftliche Untersuchung initiiert, die sich mit den Ursachen der Gewalt gegen Polizeibeamte in Lübeck befasst. Mit den Ergebnissen rechne ich im Frühjahr 2019.“

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