„Tour de Meeresmüll“ entlang der Ostseeküste gestartet

Plastikdeckel, Flaschen und Zigarettenstummel verschmutzen Meer und Strand. Kea Hinsch macht mit der Sammelaktion auf das Problem aufmerksam.

„Wir haben unglaublich viele Zigarettenkippen am Strand liegen. Das ist etwas, dafür gehen die Menschen auch nicht zum Mülleimer“, sagt Kea Hinsch. Was andere liegen lassen an den Stränden entlang der Küste, sammelt sie wieder auf. Die 19-Jährige absolviert gerade ihren Bundesfreiwilligendienst beim Bremer Meeresschutzbüro des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Dort hat sie sich mit einem ganz eigenen Projekt vorgestellt. Das recht einfache Konzept: „Meine Idee war, an der Küste entlangzufahren. Und wenn ich Müll sammle, dann ist der Strand sauber“, sagt sie. Das erste Dreivierteljahr hat sie mit der Planung verbracht, seit gut zwei Wochen ist sie nun mit dem Fahrrad unterwegs auf ihrer „Tour de Meeresmüll“ entlang der Ost- und Nordseeküste. Und macht dabei auf das Umweltproblem Meeresmüll aufmerksam.

Unterstützung von der Lübecker Regionalgruppe des BUND

Vergangenen Freitag war sie in Travemünde, wurde dort unterstützt von der Lübecker Regionalgruppe des BUND. Im Seebad gibt es zwar nicht so viel zu finden wie andernorts, da die Kurverwaltung regelmäßig mit dem „Beachcleaner“ den Strand reinigt. Aber Plastikdeckel, eine Tüte Ketchup, Kleinteile und besagte Zigarettenstummel landen trotzdem in den Sammeltüten. Die Zigaretten würden oft ordentlich ausgemacht, schön nebeneinander in den Sand gesteckt, erzählt Kea Hinsch. „Aber dann bleiben sie da liegen“, sagt sie. Dabei würde es gut 15 Jahre dauern, bis sie sich abbauen.

Jeder muss sich für seinen Müll verantwortlich fühlen

Natürlich begegnet die Müllsammlerin bei ihrer Aktion auch Menschen. Einmal, erzählt Kea Hinsch, wurde sie von einer Strandbesucherin darauf hingewiesen, dass da noch eine Flasche im Sand läge. Ihre Müllsäcke waren allerdings schon voll. „Da merkte man, sie hatte selbst absolut nicht das Verantwortungsgefühl für die Flasche“, erzählt sie. Statt die Flasche selbst einzusammeln, würden andere drauf hingewiesen, wo noch Müll ist. „Das ist unser Gesellschaftsmüll“, betont Kea Hinsch. „Es könnte doch jeder seine drei Teile am Strand wieder aufpicken, dann hätten wir einen sauberen Strand.“

Müllaufkommen an den Stränden der Ostseeküste

Die Kollegen der Lübecker Kreisgruppe sammelten in Travemünde mit und dokumentierten jeden Fund. Die Daten sollen an das Meeresschutzbüro des BUND gehen, damit man dort sehen kann, wo viel Müllaufkommen ist und wo weniger. Die Lübecker vergleichen aber auch mit den Vorjahresdaten ihrer Kreisgruppe.

„Tour de Meeresmüll“ entlang der Ostsee

Wenn ihr Jahr beim BUND rum ist, will Kea Hinsch beim Umweltschutz weitermachen. „Ich hab mittlerweile eine Leidenschaft für die Meere entwickelt“, sagt sie. Noch ist sie aber unterwegs auf ihrer Tour entlang der Küste. Die startete am 2. Juni beim Umweltfotofestival „Horizonte“ in Zingst, führte dann nach Rostock, Travemünde und Lübeck. Weiter geht es über Kiel, Föhr, Hamburg, Stade, Cuxhaven und Bremerhaven wieder zurück nach Bremen, wo sie am 10. Juli vom Bundesvorsitzenden des BUND Hubert Weiger empfangen wird. HN

 

Foto: Kea Hinsch (rechts) sammelt den Travemünder Strandmüll ein, Ulrike Schröder vom Vorstand der BUND-Kreisgruppe Lübeck dokumentiert, die Funde. © HN

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