St.-Jürgen-Ring: Neue Lösung für alten Tunnel gesucht

Lübecks Bausenatorin Joanna Glogau besuchte vergangenen Mittwoch die St.-Jürgen-Runde. Zentrales Thema war eine Fußgängerampel über den Mönkhofer Weg.

Schummriges Licht, Graffiti in knalligen Farben, kein schöner Weg für Radfahrer und Fußgänger im Tunnel aus den 70er Jahren: Wer den Mönkhofer Weg kurz vor dem St.-Jürgen-Ring queren will, hat nur die Möglichkeit, sich treppabwärts in den dunklen Tunnel zu begeben, der schon beim Anblick der beidseitigen Eingänge einen kritischen Eindruck vermittelt. Wer waghalsig genug ist, nutzt die neben den Stufen befindlichen unzeitgemäßen Abfahrtmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder. Für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind oder im Rollstuhl sitzen, bietet der Tunnel gar keine Möglichkeiten der Nutzung. Volker Koß, Sprecher der St.-Jürgen-Runde, stellt zum Problem der sicheren Straßenquerung im Mönkhofer Weg fest: „Eine Lösung für den Tunnel liegt uns schon viele Jahre am Herzen. Er ist nicht mehr zeitgemäß und zudem nicht barrierefrei.“

750 Unterschriften für oberirdische Querung des Mönkhofer Wegs

750 Unterschriften wurden inzwischen am Tunnel gesammelt, um auf den unsicheren Umstand des alten Tunnels und eine zeitgemäße und sichere Form der Querung des Mönkhofer Wegs aufmerksam zu machen. „Die Anwohner sind unzufrieden“, weiß Koß. „Gerade Senioren, aber auch Eltern mit Kinderwagen wünschen sich eine sichere Querung. Deshalb plädieren wir für eine oberirdische Lösung mit Ampelanlage.“ Im Gespräch mit Bausenatorin Joanna Glogau überreicht Koß die Unterschriftenmappe.

Tunnellösungen für Fußgänger ein Angstthema

„Was brauchen wir an dieser Stelle?“, lautete zunächst die Frage der Bausenatorin. Während Radfahrer durchaus von der Ratzeburger Allee über die Kahlhorststraße in den Mönkhofer Weg gelangen könnten, seien Tunnellösungen grundsätzlich für Fußgänger ein Angstthema. Obendrein entspreche der Tunnelbau aus den 70er Jahren schon lange nicht mehr den heutigen Standards. Geprüft werden müsse, in welchem Umfang der Tunnel frequentiert werde und wie viele Fußgänger betroffen seien. „Für gehbehinderte Menschen ist ein Weg außen herum zu weit“, so Glogau. Zudem seien Kinderwagen und Rollstühle vor Ort ein großes Problem.

Installation einer Bedarfsampel am Mönkhofer Weg

Auch Anwohner meldeten sich zu Wort, schilderten brisante Überquerungen auf dem stark befahrenen Mönkhofer Weg und bestätigten den dringenden Handlungsbedarf an dieser Stelle. „Ein Tunnel ist noch nie eine gute Lösung für Fußgänger gewesen. Davon sollten wir uns eher verabschieden“, so die Bausenatorin. Auch der Stadt sei die Problemzone in St. Jürgen lange bekannt. In Sanierungsarbeiten sei schon lange nicht mehr investiert worden. In einer Vorbesprechung sei die Installation einer Bedarfsampel bereits von der Straßenverkehrsbehörde sowie vom Arbeitskreis für Verkehr geprüft worden.

Geringe Chancen für oberirdische Lösung

„Danach soll es zu keiner Überstauung an der großen Kreuzung kommen.“ Allzu große Hoffnungen mochte Joanna Glogau den Anwohnern jedoch nicht machen. „Die Stadt verfügt über wenig Geld. Aber wir können dafür sorgen, dass der Vorschlag einer oberirdischen Lösung in diesem Jahr wenigstens noch in den Haushalt eingestellt wird. Dann wird das Problem 2019 im politischen Raum behandelt.“ mpa

 

Foto: 70er Jahre Tunnel: Die unterirdische Querung bietet heute keine sichere Möglichkeit für Fußgänger mit und ohne Kinderwagen, Rad- und Rollstuhlfahrer.

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