Eutiner Bürgervorsteher wiedergewählt

Ein bisschen Frieden? Wohl nicht in der neuen Eutiner Stadtvertretung. Bereits auf der konstituierenden Sitzung am Mittwoch in den Schlossterrassen gab es politische Spitzen, die entbehrlich gewesen wären.

Erste Misstöne löste die Wahl des Bürgervorstehers aus: SPD-Stadtvertreter Klaus Kibbel beantragte geheime Wahl. CDU-Kandidat Dieter Holst wurde mit 20 Ja-Stimmen zwar im Amt bestätigt, doch 13 Nein-Stimmen trübten die Stimmung. CDU-Fraktionschef Matthias Rachfahl nannte das Abstimmungsverhalten „stillos“.

Amt des zweiten Eutiner Bürgermeister-Stellvertreters blieb unbesetzt

Zu stellvertretenden Bürgervorstehern wurden dann in offener Abstimmung und einmütig Manfred Ehmke (FWE) und Karlheinz Jepp (SPD) gewählt. Ein ebenfalls einstimmiges Votum erhielt Sascha Clasen (CDU) als erster stellvertretender Bürgermeister. Der Polizist wurde als Ehrenbeamter vereidigt. Das Amt des zweiten Bürgermeister-Stellvertreters blieb dagegen unbesetzt: Die Freien Wähler hatten Sigrid Jürß, die an diesem Abend entschuldigt fehlte, für den Posten nominiert. Grüne, SPD und FDP erklärten die Kandidatin allerdings für nicht wählbar – kritisiert wurden persönliche Angriffe im Wahlkampf. Nachdem der Vorschlag bei Stimmengleichheit im ersten Wahlgang durchfiel, bat FWE-Fraktionschef Malte Tech um Verschiebung auf die nächste Sitzung. „Dann kann Frau Jürß selber zu den Vorwürfen Stellung nehmen und Vertrauen herstellen.“

Ehrentitel für Margret Möller

Keine zwei Meinungen gab es bei dem Beschluss, der nach insgesamt 17 Jahren Kommunalpolitik ausgeschiedenen Stadtvertreterin Margret Möller (FDP) den Titel „Ehrenstadtvertreterin“ zu verleihen. „Zwölf Jahre warst Du stellvertretende Bürgervorsteherin, die Zusammenarbeit mit Dir war von besonderer Qualität“, lobte Bürgervorsteher Holst seine Kollegin. „Entschiedenheit und Verlässlichkeit sind Deine Markenzeichen, Ungerechtigkeiten waren Dir stets ein Dorn im Auge.“ Er würdigte insbesondere ihren Einsatz für die Festspiele, die Stadtentwicklung und die Landesgartenschau. „Ich bin total gerührt“, freute sich Margret Möller. „Die Arbeit habe ich mit Herzblut und viel Einsatz gemacht. Der neuen Stadtvertretung wünsche ich Konsensfähigkeit und einen vernünftigen Umgang miteinander.“

Besetzung der künftig 15-köpfigen Ausschüsse

Den gab es dann zumindest bei der Besetzung der künftig 15-köpfigen Ausschüsse. Die Vorsitze übernehmen Matthias Rachfahl (Haupt- und Finanzausschuss), Malte Tech (Stadtentwicklung und Umwelt), Klaus Kibbel (Bauausschuss) und Monika Obieray (Soziales und Schule). vg

 

Foto: Bürgermeister-Stellvertreter Sascha Clasen (CDU) wurde als Ehrenbeamter vereidigt.  © Graap

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