Brandruine Memory in Kücknitz: SPD fordert die Beseitigung

Kücknitzer Dauerthema: Die Brandruine Memory soll endlich beseitigt werden, fordert die SPD in einem Antrag für die Bauausschusssitzung am Montag.

Das Thema lässt den Ortsteil nördlich der Trave seit Jahrzehnten nicht los. Die frühere Gaststätte Dieckelmann mit dem Anbau, der als Diskothek Memory bekannt war, steht schon lange leer, verkommt und verfällt. Vor allem der Brand im Mai 2012 hat dem Gebäude schwer zugesetzt. Der Gemeinnützige Verein Kücknitz (GMVK) und Kücknitzer Parteien haben sich immer wieder für den Erhalt und eine neue Nutzungsmöglichkeit für das geschichtsträchtige Gebäude eingesetzt. Gescheitert ist das immer wieder daran, dass der gültige Bebauungsplan für das Grundstück nur eine eingeschränkte Nutzung vorsieht und keinen Neubau ermöglicht.

Umgestaltung zur Nutzung als Kücknitzer Stadtteilbüro

Jetzt könnte Bewegung in den Stillstand kommen. Nachdem die Kücknitzer Runde am 16. Mai für eine Umgestaltung zur Nutzung als Stadtteilbüro gestimmt hatte, will nun ihrerseits die SPD im Bauausschuss am Montag, 4. Juni, einen Antrag auf Beseitigung der Brandruine stellen. „Wir wollen mit unserem Antrag den Eigentümer und die Verwaltung zusammenbringen“, erklärt Jörn Puhle dazu, Vorsitzender der SPD-Ortsvereine nördlich der Trave.

Eigentümer würde Kosten für das B-Plan-Verfahren übernehmen

Zu dem Kücknitzer Dauerthema aller Parteien habe es immer nur Anfragen gegeben, die bislang keinen Erfolg hatten. „Deshalb möchten wir jetzt Nägel mit Köpfen machen und streben mit unserem Antrag ein B-Plan-Verfahren an“, so Puhle. Mit dem neuen Eigentümer habe man bereits gesprochen. „Der ist offen für alles, kann sich vom Hotel über Wohnen bis zur Veranstaltungsfläche alles vorstellen.“ Das wichtigste: Der Eigentümer sei auch bereit, die Kosten für das B-Plan-Verfahren zu übernehmen.

Einst ein gegesellschaftlicher Mittelpunkt von Kücknitz

Die Gaststätte Dieckelmann war ursprünglich unter dem Namen Zum Hochrad bekannt und der gesellschaftliche Mittelpunkt von Kücknitz. Anfangs gab es hier einen „Utspann“, also die Möglichkeit für die Kutscher ihre Pferde zu tränken und eine Pause einzulegen und die Fahrgäste konnten sich erfrischen. Dort wurden Feiern ausgerichtet und Versammlungen für Vereine und Parteien abgehalten. Ringreiten und Vogelschießen wurden in der dahinter gelegenen Kieskuhle veranstaltet. Später beherbergte das Gebäude einen Supermarkt, ein Kino, ein Wohnheim für Asylbewerber und die Diskothek Memory. HÖ

Sitzung des Bauausschusses am 4. Juni

Die Sitzung des Bauausschusses findet statt am Montag, 4. Juni, um 16 Uhr im Foyer der Bauverwaltung, Am Mühlendamm 12. Das Thema wird im öffentlichen Teil der Sitzung behandelt. Im Antrag der SPD heißt es: „Die Bausenatorin wird gebeten, unverzüglich Gespräche mit dem Eigentümer der ehemaligen Diskothek Memory an der Travemünder Landstraße in Kücknitz aufzunehmen. Das Ziel soll eine möglichst kurzfristige Beseitigung der Brandruine und eine Neugestaltung des Grundstücks durch Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens sein. Die Kosten hierfür sind vom Eigentümer zu tragen. Das Ergebnis ist dem Bauausschuss im September vorzulegen.“

Foto: © HÖ

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