Nach der Kommunalwahl: Kücknitz will mehr in den Fokus rücken

Fristet seit vielen Jahren ein tristes Dasein und ist ein Schandfleck für Kücknitz: die ausgebrannte ehemalige Diskothek Memory mit der früheren Gaststätte Dieckelmann. Könnte dort das neue Stadtteilbüro für Kücknitz eingerichtet werden? (Fotos: Hö)

Kücknitzer Runde tagte am Abend nach dem Blackout ohne Verwaltungsbeteiligung.

Eigentlich hätten alle mehr oder weniger gleich nach Hause gehen können: Am Mittwoch fand die Kücknitzer Runde statt, die aber kaum Antworten auf die Fragen der Kücknitzer bot. Grund war die Absage von Senatorin Johanna Glogau einen Tag zuvor und der Blackout in der Stromversorgung, weshalb Senator Ludger Hinsen nicht erscheinen konnte.

„Soll das heißen, dass wir alle pünktlich zur Tagesschau wieder zuhause sind?“, lautete dann auch eine Frage aus dem mit über 60 Personen besetzten Publikum im Gemeinschaftshaus Rangenberg. Es wurde dann doch nichts damit, weil sich heiße Diskussionen rund um das Stadtteilbüro ergaben, das im kommenden Jahr als Stadtteilbüro Plus mit bis zu 20 Mitarbeitern eröffnet werden soll.

„Das funktionierende Stadtteilbüro mit vier Mitarbeitern wurde geschlossen, weil es zu teuer war. Jetzt soll es mit 20 Mitarbeitern wiedereröffnet werden, da stimmt doch was nicht“, schimpfte einer. Andere Stimmen wurden deutlicher und sprachen von Ruhigstellung. „Was soll denn überhaupt das Stadtteilbüro Plus bedeuten?“, fragte ein anderer.

Tatsache ist, dass die Stadt zurzeit nach einem Standort mit einer Fläche von 600 Quadratmetern sucht, wie der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins Kücknitz Georg Sewe (GMVK) ausführte.

„Bürgermeister Jan Lindenau hat erklärt, dass es eine Idee und einen Vorschlag gäbe, mit der Kücknitz leben kann“, zitierte Sewe. Das sei allerdings alles sehr nebulös.

Der GMVK seinerseits brachte eine Lösung ein, mit der gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten: der Schadfleck Memory. „Ich habe mit dem neuen Eigentümer gesprochen. Der steht in den Startlöchern und, wenn die Stadt ihre Zustimmung gibt, legt er sofort los“, so der GMVK-Vorsitzende. „Damit wäre jedenfalls der Schandfleck endlich weg.“

Problem ist, dass es kein Baurecht gibt und das kann dauern, weil der Bebauungsplan neu aufgestellt werden muss. Außerdem liegt die Fläche im Außenbereich, sodass hier noch andere Ämter ein Wörtchen mitreden. Also muss eine kurzfristige Lösung für den Übergang her. Aus dem Gremium gab es etliche Vorschläge, die aber allesamt nicht greifbar sind. „Wir müssen doch nicht durchs Dorf laufen und nach Lösungen suchen“, wiegelte Sewe ab.

Aufgrund der Absagen seitens der Verwaltung konnten viele Fragen nicht geklärt werden. Neben der offenen Frage bezüglich des Stadtteilbüros sollte auch die Zukunft nach der Kündigung des MAZ Travemünde, die Flächenplanung vom Sandfeld und Blessenacker bis zum Skandinavienkai – Stichwort Gewerbeflächenentwicklungskonzept Lübeck 2030 und ISEK-Konzept – sowie die Stadtteilentwicklung insgesamt durch die beiden Senatoren geklärt werden. „Die kurzfristigen Absagen zeigen die Wertschätzung der Verwaltung“, war eine frustrierte Äußerung dazu, die mit Beifall bekräftigt wurde. Damit ist wohl die Frage des Abends „Werden jetzt die Kücknitzer Bürger gehört?“ eindeutig beantwortet. HÖ

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