Schreie aus dem Keller

Der Künstler René Blättermann – hier mit der Gedenkstätten-Vorsitzenden Ingaburgh Klatt – hat den Ausblick aus dem Fenster zu einem Kunstwerk verarbeitet, das auf die Wand projiziert wird. (Peyronnet)

Gedenkstätte Ahrensbök macht ehemalige Verhörzelle zugänglich.

Das Gebäude sieht nicht aus, wie man sich ein Konzentrationslager vorstellt. Und es wurde nicht als Konzentrationslager gebaut. Nur ein Raum in der Gedenkstätte Ahrensbök, Flachsröste 16, erinnert daran, dass dort von Oktober bis Dezember 1933 Bürger widerrechtlich in einem frühen KZ eingesperrt und misshandelt wurden: die Verhörzelle, die scheinbar unverändert im Keller liegt.

In fünf verschiedenen Ausstellungen wird in der Gedenkstätte gezeigt, wie der nationalsozialistische Terror auch hier in der Region vor Ort tobte. „Im KZ Ahrensbök kamen keine Menschen zu Tode. Wohl aber wurden Häftlinge in der Verhörzelle brutal vernommen und misshandelt, sodass ihre Schreie bis auf die Straße zu hören waren“, erläutert Ingaburgh Klatt, Vorsitzende des Trägervereins.

Der Keller ist jetzt Teil der ständigen Ausstellung.

Eine Tafel weist am Eingang der Zelle auf das Leid der Häftlinge hin. Zusätzlich wurde eine meditative Video-Installation des Stockelsdorfer Künstlers René Blättermann angebracht. Wer in der kahlen Zelle steht, den Blick auf die trüben Fenster gerichtet, spürt den Schrecken der Verhörten – auch 85 Jahre später.

Die KZ-Gedenkstätte Ahrensbök ist sonntags von 14 bis 18 Uhr (außer Pfingsten) sowie dienstags und donnerstags jeweils von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden.

»Weitere Infos gibt es im Internet unter www.gedenkstaetteahrensboek.de.

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