Modemythen im Museumsquartier St. Annen

Neue Sonderausstellung im Museumsquartier St. Annen: Monika Gottlieb zeigt Kreationen, die für Lebensfreude in den 50er bis 70er Jahren stehen.

„Mode ist eine ganz wichtige Bewegung“, bestätigt Kathrin Weiher, Kultursenatorin der Stadt Lübeck und Soziologin, die gesellschaftliche Bedeutung von Mode. Sie freut sich neben der reichen Kultur der Hansestadt ganz besonders über die neue Sonderausstellung im Museumsquartier St. Annen, die unter dem Titel „Chanel, Dior, Pucci. . . Modemythen der 50er bis 70er Jahre“ bis zum 29. Juli gezeigt wird. Die Düsseldorfer Sammlerin Monika Gottlieb ist „mit einem voll beladenem Lkw nach Lübeck gefahren“ und zeigt an die 60 Haute-Couture-Roben großer Modeschöpfer und außergewöhnlichen Schmuck, Handtaschen, Hüte, Schuhe und viele bedeutende Accessoires.

Einzigartiger Blick in die goldenen Jahre der Haute Couture der 50er bis 70er Jahre

Die Sammlung „hoher Schneiderkunst“ gewährt einen einzigartigen Blick in die goldenen Jahre der Haute Couture der 50er bis 70er Jahre und damit auf Kreationen von so namhaften Modeschöpfern wie Coco Chanel, Christian Dior oder Emilio Pucci. Auch Yves St. Laurent, Hubert de Givenchy, Christian Lacroix oder Nina Ricci, Maggi Rouff und Elsa Schiaparelli zählen zu den einflussreichen Modekünstlern, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kunst und Mode einen Spiegel der Zeitgeschichte entstehen ließen. „In den Dekaden der 50er, 60er und 70er Jahre gab es viele Umbrüche“, sagt Monika Gottlieb. So stehen die 50er für wieder erwachende Lebenslust – ohne sich jedoch von den vorhandenen Konventionen zu lösen. Während in den 60er Jahren Flowerpower und Befreiung angesagt waren, sah die Bekleidung in den 70ern tagsüber eher zurückhaltend aus. Dafür waren am Abend in der Disco Glitzer und Glamour der absolute Hit. Lebenslust, Leichtigkeit und eine positive Lebenseinstellung wurden durch die Haute Couture von den 50er bis 70er Jahren transportiert. Dabei hatten die in reiner Handarbeit als Einzelstücke gefertigten Roben jedoch einen nicht für jeden erschwinglichen Preis.

Drei Epizentren der Mode in St. Annen entdecken

Monika Gottlieb begann ab den 90er Jahren, ihre Sammlung aufzubauen. Ganze Ensembles bestehend aus Zeichnungen, Fotos, Mode und Accessoires hat sie gekauft und ersteigert. „Heute fehlen Archive, die seit den 50er Jahren nicht angelegt wurden“, weiß sie durch Anfragen, die oft an sie gerichtet werden. Ihre Eltern, die eine Parfümerie mit Luxusartikeln führten, pflegten Kontakt zu Christian Dior, bei dem Monika Gottlieb als Vierjährige in Paris bereits auf dem Schneidertisch saß. Ihre Kindheit und Jugend wirkte so inspirierend, dass sie früh zur leidenschaftlichen Sammlerin wurde. „Neben Ausstellungen bei meinen Kunden ist die Präsentation im Museumsquartier St. Annen die erste Ausstellung in einem Museum“, freut sich Dagmar Täube, Leiterin des St. Annen Museums, besonders. „Wir führen die Besucher durch drei Epizentren der Mode“, macht sie Lust auf diese Ausstellung sie und lädt ein zu einem Gang durch das Haus: im Erdgeschoss Mode in Rot und Weiß von Christian Lacroix, passend zu den Lübecker Farben zum 875. Geburtstag der Hansestadt. In den weiteren Stockwerken folgt ausgewählte Haute Couture aus Frankreich, den USA und Italien. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. mpa

 

Foto: Lebenslust für den Abend: außergewöhnliche Eleganz bei Haute Couture für festliche Anlässe. © Mpa

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