Teilnehmer des „Stadt Utopia“-Projektes sehen sich in St. Lorenz Nord um

Im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord haben die Kinder der Julius-Leber-Grundschule sich der Frage gestellt, was es in ihrem Wohnumfeld zwischen Fackenburger und Schwartauer Allee bis zur Lohmühle zum Glücklichsein und kindgerechtem Aufwachsen braucht.

„Mit unserem Projekt Stadt Utopia verleihen wir den Kindern, die dort wohnen, eine Stimme“, sagt Charlotte Baumgarten vom Bürgerbühnen-Projekt. In Kooperation zwischen Stadttheater Lübeck, dem Verein Mixed pickles, der Berliner Performancegruppe Kompanie Kopfstand und der Julius-Leber-Grundschule lief es in der zweiten Osterferienwoche an.

Kinder wollen St. Lorenz Nord schöner machen

Auf gut 100 Postkarten haben die Schüler in Stichworten notiert, was ihnen in ihrem Umfeld missfällt und woran es ihnen mangelt. 20 Kinder erforschten ihren Kiez und hielten schriftlich und auf Fotos fest, wo sie intervenieren und was sie neu gestalten würden. Vier Theaterkünstler waren bei ihren Erkundungsgängen rund um den Brolingplatz dabei.

Kinder markieren Hundehaufen mit Farbe

Die Frage, was sie Besuchern der Stadt in ihrem Quartier gerne zeigen würden, stand mit im Vordergrund. „Wir haben schöne Häuser gesehen, Blumen in Vorgärten, schöne Fliesen auf Fußwegen“, zählt Stephan auf. „Aber es gibt auch so viele hässliche Ecken hier“, sagt der Grundschüler. Den Schülerinnen Siren und Hassan ist es oft viel zu laut. „In den Straßen fahren so viele Autos“, sagt Siren. Obendrein parkten viele die schmalen Gehwege zur Hälfte zu. „Überall liegt Hundekot“, hat Ande aus der dritten Klasse festgestellt. „Allein in der Wickedestraße haben wir heute Morgen 170 Kothaufen gezählt.“ Damit Anwohner nicht hinein treten und auch, um Hundehalter auf den Schmutz aufmerksam zu machen, durften sie die Haufen mit Kreidesprühfarbe einkreisen. „Auf unseren Fotos ist zu sehen, dass man dort kaum gehen kann“, pflichtet Kilian ihm bei.

St. Lorenz Nord: Kinder brauchen mehr Platz für Bewegung und Aktivitäten

„Wir arbeiten an einem wandernden Wunschteppich“, erzählen Leni, Lena und Aaliyah aus der Klasse 5a und 5b. Er wird in den nächsten Wochen mit bunter Performance im Quartier präsentiert. „Auch interaktive Aktionen mit den Schülern und den Anwohnern sind geplant“, verrät Schauspielerin Julia Biehl. Fest steht, dass den Kindern Platz für Bewegung und Aktivitäten fehlt. Kleine Spielplätze im Kiez sind oft verschmutzt und unattraktiv für größere Kinder. „Wir wünschen uns einen Skate- und/oder Fußballplatz und Rasen mit Blumen“, sagt Stephan.

Guerilla-Aktion zum Thema Hundekot

Mit einem Pop-up-Fußballfeld, einer wandernden Kinderinsel aus PVC, einer Trampolin-Wunsch-Maschinen-Videoinstallation und einer Guerilla-Aktion zum Thema Hundekot werden die Kinder ihre Wünsche im Kiez sichtbar auf den Punkt bringen. Auf die Premiere in Form eines theatralen Stadtspaziergangs am Freitag, 29. Juni, freuen sich schon heute. „Auch Vertreter aus Stadt und Politik werden eingeladen“, hofft Projektleiterin Charlotte Baumgarten neben Bewohnern aus der Nachbarschaft weitere Gäste begrüßen zu können. mpa

 

Foto: Ideen sammeln für den großen Wunschteppich: Leni, Lena und Aaliyah (v. l.) arbeiten an kreativen Ideen für die Stadt Utopia. © Mpa

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.