Sieger-Entwurf vorgestellt: So soll das neue Buddenbrookhaus aussehen

Der Umbau des Buddenbrookhauses in Lübeck soll von 2019 bis 2021 dauern. Die Kosten liegen schätzungsweise zwischen 18 bis 19 Millionen Euro.

Die Fassaden bleiben, dahinter wird alles neu gebaut: Das Lübecker Buddenbrookhaus soll in den kommenden zwei Jahren komplett erneuert werden, ein junges Lübecker Architektenbüro hat den Gestaltungswettbewerb gewonnen. Die Pläne wurden nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Museumsräume sollen auf den modernsten Stand gebracht werden

Das Buddenbrookhaus ist eines der anerkanntesten Literaturmuseen weltweit – und nun soll es wachsen. In einem spektakulären Umbau soll neben der heute bestehenden Museumsfläche auch das Nachbargebäude in der Lübecker Mengstraße in das Konzept einbezogen werden. Auf mehreren Ebenen sollen so helle, lichtdurchflutete Museumsräume auf modernstem Stand entstehen, ein kaskadenartiges Treppenhaus bildet das Zentrum.

Entwurf des Lübecker Architektenbüros TMH

Die Kulturstiftung der Hansestadt als Bauherr möchte nun die Pläne umsetzen, die das Lübecker Architektenbüro TMH entwickelt und damit den ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen hat. „Das ist eine kleine Sensation“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe, der zusammen mit Architekturexperten in der Jury des Wettbewerbes saß. „Das Büro hat sich in einem anonymen Verfahren gegen Konkurrenz aus ganz Europa durchgesetzt.“ Die Jury lobte besonders, dass der Siegerentwurf sensibel mit den beiden Gebäudefassaden umgehe. „Es war der überzeugendste Beitrag im Wettbewerb, mit viel Gefühl für den Standort und die Tradition des Hauses, aber auch als Blick in die Zukunft“, so Professor Hans Wißkirchen, der leitende Direktor der Lübecker Museen.

Kulturstiftung muss noch 2,5 bis 3 Millionen Euro sammeln

Zwei Jahre – nach heutigem Zeitplan von 2019 bis 2021 – soll dieser Umbau dauern, bei dem beide Häuser fast komplett abgerissen werden, nur die Fassaden bleiben stehen. Mit Kosten von 18 bis 19 Millionen Euro rechnet die Kulturstiftung. Einen Teil davon übernimmt das Land Schleswig-Holstein, Stiftungen haben ihre Unterstützung zugesagt, rund 2,5 bis 3 Millionen Euro muss die Kulturstiftung nach eigenen Angaben noch sammeln.

Lübecker Architekten planen neues Buddenbrookhaus

Das Architektenbüro TMH besteht aus Inga Mueller-Haagen und Lothar Többen, die beide Architektur an der Fachhochschule Lübeck studiert haben und sich vor elf Jahren selbstständig machten. Unterstützung bei ihrem aufwändigen Vorhaben erhalten sie von dem Lübecker Architekten Jörn Simonsen. „Es freut uns sehr, die Jury mit unserem Beitrag überzeugt zu haben“, sagt Lothar Többen. „Für uns als Lübecker Architekten ist es natürlich etwas Besonderes, an diesem geschichtsträchtigen Ort tätig werden zu dürfen.“ Die an dem Wettbewerb beteiligten Architektenbüros müssen nun ihre Angebote abgeben. Erst nach Abschluss der Verhandlungen wird über den dann konkret feststehenden Leistungsumfang der Auftrag erteilt. OP

 

Grafik: Die Räumen werden hell und lichtdurchflutet, eine Treppe verbindet die Ebenen. © TMH Architekten

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