Stadtteilzentrum Cleverbrück: Bürgermeister kündigt Mietvertrag

In der Sitzung des Bildungausschusses wurde bekannt, dass Bürgermeister Dr. Uwe Brinkmann den Mietvertrag für das Stadtteilzentrum in Cleverbrück zum 31. Mai gekündigt hatte, ohne die Politik im Vorfeld darüber zu informieren.

Er habe „die Reißleine gezogen“, weil Schimmel im Gebäude festgestellt worden, dieser aber nicht beseitigt worden sei. Brinkmann sprach von einem „versifften Mietobjekt“. Diesen Vorwurf hat die Vermieterin inzwischen zurückgewiesen. Von einem Schimmelbefall sei ihr nichts bekannt, erklärte sie gegenüber den LN. Mieter seien verpflichtet, so etwas dem Vermieter zu melden. Das sei aber nicht geschehen. Die Eigentümerin der Immobilie erwägt sogar juristische Schritte gegen den Bürgermeister, weil der Wert der Immobilie durch dessen öffentliche Äußerungen im Wert gemindert worden sei.

Stadtteilzentrum in Cleverbrück – Schließung wegen Gefahr im Verzug

Der Bürgermeister hat unterdessen Fotos, die den Schimmelbefall dokumentieren sollen, auf seiner Facebook-Seite gepostet. Dort heißt es weiter, dass das Stadtteilzentrum „zu klein, nicht barrierefrei und seit Monaten von Schimmel befallen“ sei. „Eine Schließung wegen Gefahr im Verzug sowie aus gesundheitlichen und pädagogischen Gründen war unvermeidlich. Angebote sollen nun zunächst verstärkt in der Grundschule Cleverbrück stattfinden.“

Neuer Standort für die Jugendarbeit

Auch der Politik ist klar, dass das Gebäude an der Hauptstraße nur als Übergangslösung geplant war. Einen neuen Standort für die Jugendarbeit gibt es aber bisher nicht. „Dass das Gebäude nicht ideal ist, war uns allen klar“, sagte Jörg-Reiner Zacharias (WBS) im Hauptausschuss. Die Politik aber nicht an der Entscheidung, den Mietvertrag zu kündigen, zu beteiligen, nannte er dennoch „sehr bemerkenswert“. „Wir wollen da als Selbstverwaltung mitreden“, so Carsten Dyck (CDU). Der Bürgermeister erklärte, dass in Cleverbrück, wo die meisten Kinder und Jugendlichen leben, zunächst verstärkt auf mobile Jugendarbeit gesetzt werden soll. Ziel sei es aber, einen nachhaltigen Treffpunkt in Cleverbrück zu schaffen und kein Provisorium. ES

 

Foto: Der Bürgermeister hat den Mietvetrag für das Stadtteilzentrum Cleverbrück gekündigt. © ES

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