Niedrigste Quote der letzten 30 Jahre

Karsten Marzian (Jobcenter Ostholstein, links) und Markus Dusch (Agentur für Arbeit Lübeck) zogen eine positive Arbeitsmarktbilanz. (vg)

Arbeitslosigkeit: Agentur für Arbeit und Jobcenter ziehen positive Bilanz für 2017.

Die weiterhin positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hat 2017 auch spürbare Effekte auf den Arbeitsmarkt im Kreis Ostholstein gehabt. „Die Arbeitslosenquote lag hier im Jahresdurchschnitt bei 5,6 Prozent. Damit ist die Arbeitslosigkeit so niedrig wie die letzten 30 Jahre nicht mehr“, zieht Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Lübeck, Bilanz. Und auch für das laufende Jahr habe er ein „supergutes Bauchgefühl“. Sorgen bereitet allerdings der zunehmende Fachkräfteengpass.

Bereits das achte Jahr in Folge steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ostholstein. So haben 60245 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Ende Juni 2017 im Kreis gearbeitet, ein Plus wie im Bundesdurchschnitt von 2,3 Prozent. Bei der Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten ist ebenfalls ein Anstieg auf 18232 (plus 0,5 Prozent) zu beobachten.

Die Mehrfachbeschäftigungsquote beträgt 9,1 Prozent.

Und noch mehr Zahlen: Arbeitslos gemeldet waren im Kreis Ostholstein 2017 im Jahresdurchschnitt 5747 Frauen und Männer (minus 3,9 Prozent). Bemerkenswert findet Dusch, dass die Arbeitslosenzahlen gesunken seien, obwohl auch viele Flüchtlinge dazugekommen sind. 280 anerkannte Flüchtlinge konnten in Arbeit und Ausbildung gebracht werden. Nach Stormarn hat Ostholstein die zweithöchste Integrationsquote im Land. Von den 5747 Arbeitslosen seien sind rund 1000 anerkannte Flüchtlinge, die in verschiedenen Maßnahmen wie Sprachkursen untergebracht sind.

Das Jobcenter, das sich vor allem um Langzeitarbeitslose kümmert, konnte im vergangenen Jahr 2700 Menschen in Arbeit integrieren, 100 mehr als im Jahr davor. Für die Fördermaßnahmen wurden zehn Millionen Euro investiert. „Als wichtiges Instrument hat sich gerade in einem Flächenkreis wie Ostholstein die Förderung von Führerscheinerwerb und Fahrzeug erwiesen. Unsere wichtigsten Wirtschaftsbereiche sind Gesundheit, Pflege, Hotellerie und Gastronomie. Hier müssen die Arbeitnehmer mobil sein“, betont Jobcenter-Geschäftsführer Karsten Marzian. Für 2018 kündigt er an, ein Hauptaugenmerk auf die Förderung Langzeitarbeitsloser mit mehreren Verwaltungshemmnissen zu legen, denn deren Anteil steigt. „Dabei kommt uns der gute Arbeitsmarkt entgegen. Und wir hoffen, dass sich die Arbeitgeber weiter für diesen Personenkreis öffnen.“

Auch Markus Dusch unterstrich, dass sich Unternehmen angesichts des Fachkräftemangel auch nach Leuten umschauen müssten, die den Ansprüchen nicht 1:1 gerecht werden. Bei Förderung und Qualifizierung würden Arbeitsagentur und Jobcenter helfen. „Die Zeiten, in denen eine Stellenanzeige noch ein Selbstläufer war, sind vorbei“, so Dusch. Bis sich etwa im Metallbau ein neuer Mitarbeiter findet, bleibt die Stelle etwa 245 Tage unbesetzt. Bei den Gesundheitsberufen gibt es in Ostholstein eine Vakanzzeit von 140 Tagen. vg

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