Gesundheitsmobil Lübeck startet in neue Förderphase

Drei Stiftungen und ein Unternehmer übernehmen einen Großteil der Finanzierung für das Lübecker Gesundheitsmobil – die mobile Praxis auf Lübecks Straßen.

Das Lübecker Gesundheitsmobil startet in eine neue Förderphase. Bereits seit über zehn Jahren rollt die mobile Praxis, ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeindediakonie Lübeck und der Johanniter-Unfall-Hilfe, auf Lübecks Straßen. Ende 2017 lief die bisherige Förderung durch die Damp-Stiftung aus. Nun übernehmen die Lübecker Possehl-Stiftung (90000 Euro), die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck (26000 Euro), die Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung (9000 Euro) sowie Boy Meesenburg, Inhaber der Firma Jacob Cement Baustoffe, einen Großteil der Finanzierung für die kommenden drei Jahre.

Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre

Bei den Projektträgern des Gesundheitsmobils ist die Freude groß: „Die großzügigen Zuwendungen geben uns für die nächsten drei Jahre Planungssicherheit“, erklärt Dörte Eitel, Geschäftsführerin der Gemeindediakonie. „Mit diesen Mitteln können wir die Personalkosten für die beiden hauptamtlichen Mitarbeitenden decken.“

Übernahme der Kosten für das Lübecker Gesundheitsmobil

Weitere Ausgaben wie Anschaffungs- und Instandhaltungskosten für das Fahrzeug, Medikamente und Verbandsmaterial sowie Fortbildungen oder Arbeitskleidung werden über die Eigenanteile der Träger und viele weitere kleinere Spenden finanziert. Insgesamt beträgt der Finanzbedarf des Projektes für die kommenden drei Jahre rund 270000 Euro „Beim Gesundheitsmobil ist jede Spende, egal ob groß oder klein, auch weiterhin herzlich willkommen“, betont Eitel.

Zum Behandlungsraum umgebauter Mercedes Sprinter

Das Gesundheitsmobil Lübeck wurde 2007 gegründet. Neben Projektleiterin Sabine Gritzka sowie Krankenpfleger und Sozialarbeiter Thomas Müller, die das Projekt hauptamtlich unterstützen, engagieren sich zurzeit sechs Ärzte, ein Zahnarzt, eine Krankenschwester, eine Arzthelferin und drei Fahrer ehrenamtlich für das Gesundheitsmobil. An fünf Tagen in der Woche fährt der zum Behandlungsraum umgebaute Mercedes Sprinter insgesamt zehn Stationen in Lübeck an, zusätzlich öffnet die Gesundheitsstation im Haus der Diakonie jeweils mittwochs von 9 bis 11 Uhr ihre Türen.

Medizinische Erstversorgung und Sozialarbeit

Bei den rund 900 Klienten, die das Gesundheitsmobil jährlich aufsuchen, geht es um viel mehr, als um medizinische Erstversorgung: „Wir leisten vor allem wichtige Sozialarbeit“, erklärt Projektleiterin Sabine Gritzka. „Oft ist Zuhören die wirksamste Medizin, die wir anbieten.“ Begegnungen auf Augenhöhe, Brücken zu bauen, den Menschen ein Stück Würde zurück zu geben, das sind die zentralen Anliegen des Gesundheitsmobil-Teams. „Manchmal gelingt es uns sogar, einen Klienten in das reguläre Gesundheitssystem zurück zu führen“, berichtet Gritzka. Weitere Informationen unter www.gesundheitsmobil.org

 

Foto: Zum Start in die neue Förderperiode besuchten die Spender das Projekt: Wolfgang Pötschke (v.l., Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck), Projektleiterin Sabine Gritzka, Dietmar Fröhlich (Possehl-Stiftung), Antje Urban, Ehrenamtliche beim Gesundheitsmobil, Kay Diederichsen (Jacob Cement Baustoffe), Wilken Willand (Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung) und Thomas Müller (Gesundheitsmobil). © Malte Schierenberg

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