Chronik über Vogelschießen im Reinfelder Heimatmuseum

Dieter Döhring und Diethard Bubolz suchten Anja Rademacher im Heimatmuseum auf und brachten ihr alles vorbei, was noch übrig ist vom Erwachsenenvogelschießen, dem Verein, der ausschließlich deshalb angetreten ist, um das Kindervogelschießen in Reinfeld zu unterstützen.

Den 7. Oktober 2015 werden Dieter Döhring (73) und Reinfelds ehemaliger Bürgermeister Diethard Bubolz (75) so schnell nicht vergessen. „Das war ein unangenehmes Datum, der Tag, an dem die Auflösungsversammlung stattgefunden hat. Lösen Sie mal einen Traditionsverein auf. Das macht niemand gerne“, denkt Diethard Bubolz zurück, der von 2004 bis 2015 der letzte Vorsitzende des Vereins war, der einst rauschende Feste gefeiert hat, bei denen nur die Männer auf den Holzvogel schießen durften, während sich die Frauen mit Ringewerfen begnügen mussten.

Gründungsmitglieder der „Sparte Vogelschießen“ im Bürgerverein

Die Geburtsstunde des Vereins war am 23. Juni 1912. Unterbrochen von zwei Weltkriegen wurde die Veranstaltung alljährlich im Garten der Kneipe „Zur gemütlichen Ecke“ durchgeführt, die Berta Käselau an der Ecke Steinhöfer Straße/Neuer Graten geführt hat. Erst 1948, als sich eine Handvoll Reinfelder Bürger zur „Vereinigung der Freunde des Kindervergnügens ,Old Reinfelder Jungs’“ zusammengetan haben, gab es wieder Aufzeichnungen. „Damals waren die ,Old Reinfelder Jungs’ noch kein Spielmannszug. Aber Sinn und Zweck war immer, den Erlös des Erwachsenen-Vogelschießens den Reinfelder Schulen zur Finanzierung des Kindervogelschießens zu spenden“, erzählt Dieter Döhring. Bis in die 80er Jahre haben sich die „Old Reinfelder Jungs“ um die Organisation gekümmert. Nachdem das Fest 1986 und 1987 ausgefallen ist, gab es 1988 einen weiteren Neuanfang durch die „Sparte Vogelschießen“ im Bürgerverein. Dieter Döhring und Diethard Bubolz gehörten zu den Gründungsmitgliedern.

Chroniken im Heimatmuseum erhältlich

Bis 2001 fanden die Feste jährlich statt. Doch dann haben sich die Zeiten geändert. Das Kindervogelschießen wurde durch das Kinderstadtfest abgelöst, das die Erwachsenen stattdessen unterstützt haben. Als die Resonanz immer weniger wurde, fand ein letztes Fest 2015 statt. Danach wurde der Verein aufgelöst. Sang- und klanglos wollten Dieter Döhring und Diethard Bubolz die Tradition aber nicht in der Versenkung verschwinden lassen. In akribischer Kleinarbeit haben sie alles zusammengesucht, was die über die Feste der Erwachsenen gefunden haben. 44 Chroniken haben sie drucken lassen. Zu haben sind sie im Heimatmuseum für 15 Euro immer sonntags von 10 bis 12 Uhr. PD

 

Foto: Dieter Döhring (links) und Diethard Bubolz hatten Museumsleiterin Anja Rademacher nicht nur die letzten Utensilien des Erwachsenen-Königsschießens vorbeigebracht, sondern auch eine Chronik, die im Heimatmuseum zu kaufen ist. © PD

 

Reinfelder Verein übergab Nachlass von Tradtionsveranstaltung.

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